30.03.2026 | Märkte

Impact Investing mit börsennotierten Aktienstrategien

Aktienstrategien erzielen nur dann messbare reale Wirkungen, wenn Investoren aktiv Einfluss auf Unternehmen ausüben und ihre Maßnahmen mit angestrebten Ergebnissen verknüpfen, zeigt eine Analyse des CFA Institutes. Viele bestehende Ansätze erfüllen dieses Kriterium demnach nicht, da sie sich auf die Auswahl „guter“ Unternehmen beschränken, ohne zusätzliche Wirkung zu erzeugen. Ausgangspunkt ist die strukturelle Einschränkung von Investitionen am Aktienmarkt, die im Gegensatz zu Private Equity kaum über kontrollierende Beteiligungen verfügen und Veränderungen nur über Engagement und Stewardship anstoßen können. Wirkung entsteht daher primär durch gezielte Einflussnahme auf Unternehmensentscheidungen. Voraussetzung hierfür sind klar definierte Ziele nach dem SMART-Prinzip sowie eine belastbare „Theory of Change“, die den Wirkungsmechanismus zwischen Investorenaktivität und realem Ergebnis beschreibt.


Quelle: Nicole Gehrig, Chris Fidler, Deborah Kidd, Bruno Bertocci (CFA Institute)

Diese Umsetzung ist ressourcenintensiv. Wirksames Engagement erfordert tiefgehende Analyse, sektorale Expertise und mehrjährige Interaktion mit Unternehmen. Praktiker gehen davon aus, dass ein Engagement-Spezialist gleichzeitig etwa 10 bis 30 Unternehmen betreuen kann. Entsprechend stehen Investoren vor einem Zielkonflikt: eine größere Zahl an Beteiligungen erschwert substanzielle Einflussnahme. Auf Portfolioebene führt dies zu strukturellen Anpassungen. Effektive Impact-Strategien sind typischerweise konzentrierter, umfassen wenige Titel und weisen höhere idiosynkratische Risiken auf. Gleichzeitig entstehen Zielkonflikte zwischen finanzieller Bewertung und Impact-Zielen, etwa wenn Engagement-Prozesse länger dauern als Marktbewegungen.

Auch klassische Benchmarks erweisen sich als ungeeignet, da sie weder Konzentrationsrisiken noch nicht-finanzielle Ziele abbilden. Alternativen wie absolute Renditeziele oder maßgeschneiderte Benchmarks gewinnen daher an Bedeutung. Zusätzlich bestehen regulatorische Risiken, insbesondere bei unklarer Abgrenzung von Impact- gegenüber nachhaltigen Strategien und bei der Messung tatsächlicher Wirkungen.

 

Absolut Research analysiert institutionelle Publikumsfonds mit Fokus auf Impact und Nachhaltigkeit jeden Monat in den Publikationen Absolut|ranking Sustainability Equity, Sustainability Fixed Income und Sustainability Multi-Asset. Insgesamt analysiert Absolut|ranking mehr als 16.000 aktive und passive Strategien von 2.000 Asset Managern, aufgeteilt auf 34 Assetklassen und Marktsegmente sowie mehr als 200 Universen. Individuelle Mandate und Spezialfonds können ebenfalls untersucht werden.

Abonnenten von Absolut Research können weiterführende Informationen hier herunterladen:
Mehr zum Thema "Impact"
zurück