29.07.2025 | Research

Trendfolgestrategien im historischen Kontext

Infolge des technischen Fortschritts und zunehmender Markteffizienz funktionieren einige systematische Strategien heute nicht mehr. Man AHL untersucht die Entwicklung für trendfolgende Strategien anhand von sechs Erklärungssträngen. Dabei liegt der Fokus auf längerfristig orientierter Zeitreihentrendfolge. Im vergangenen Jahr lieferte diese mit -18,6 % hohe Verluste. 

Trendfolgestrategien sind positiv schief verteilt. Zwar sind starke Drawdowns selten, aber nicht ausgeschlossen. In der Vergangenheit folgten solchen Drawdowns meist signifikante Rebounds. Crowding wird nicht als Ursache für die aktuelle Schwächephase gesehen. Es gibt keine Anzeichen für starke Zuflüsse in die Strategie, zumal die Korrelation zwischen Kapitalflüssen und Performance mit -0,1 vernachlässigbar ist.



Quellen: Man AHL, Société Générale


Trendstrategien hatten auch in der Vergangenheit schwache Phasen. Etwa führten nach der Finanzkrise 2009 bis 2013 geldpolitische Eingriffe und konvergierende Märkte zu einer schlechten Trendfolge-Entwicklung, bevor 2014 eine deutliche Erholung einsetzte. Auch die gegenwärtige Schwäche ist nach Ansicht des Autors nicht Ausdruck eines strukturellen Versagens, sondern Folge temporärer Marktbedingungen, insbesondere politisch bedingter Whipsaws infolge erratischer US-Handelspolitik. 

Anhand von Simulationen wird gezeigt, dass selbst unkorrelierte Strategien mit robusten Kennzahlen – etwa Sharpe Ratio 0,6 und 15 % Volatilität – langfristig erhebliche und langanhaltende Drawdowns durchlaufen können. In dreißig Jahren hat dieser Ansatz das Kapital verachtfacht, wobei es zwischenzeitlich zu einem jahrelangen Drawdown in Höhe von bis zu -32 % kam. Drawdowns sind kein Anzeichen für ein fehlerhaftes System, sondern integraler Bestandteil wahrscheinlichkeitsbasierter Strategien.
 


Quelle: Man AHL


Darüber hinaus gilt es, die Opportunitätskosten eines Desinvestments zu berücksichtigen. Ein Verkauf der oben genannten Strategie bei einem Drawdown von -20 % reduziert zwar Verluste, führt aber zu verpassten Rebounds. Über 30 Jahre ergibt sich ein simulierter Performanceverlust von 2,2 %.

Zuletzt wird die Rolle und Funktion von Trendfolgestrategien hervorgehoben: Trendfolge bietet konvexe Diversifikation, d. h. sie liefert typischerweise gerade dann Performance, wenn Aktienmärkte unter Stress stehen. Im Gegensatz zu Anleihen oder Multi-Strategien zeigt die Strategie in schweren Verlustquartalen der Aktienmärkte oft überdurchschnittliche Ergebnisse die Diversifikation wirkt also gerade dann, wenn sie am dringendsten benötigt wird.


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