Institutionelle Investoren bleiben bei ihren ESG-Zielen
Trotz geopolitischer Spannungen und makroökonomischer Unsicherheiten halten institutionelle Investoren und Asset Manager mehrheitlich an ihren Nachhaltigkeitszielen fest, wie eine aktuelle Studie von BNP Paribas belegt. Lediglich 3 % der 420 befragten Asset Owner, Asset Manager und Private-Capital-Manager aus EMEA, APAC und Amerika mit einem verwalteten Vermögen von insgesamt 33 Bio. USD reduzieren ihre ESG-Ambitionen. In Nordamerika ist dieser Anteil mit 7 % am höchsten. Dagegen verfolgen 87 % der Befragten ihre Nachhaltigkeitsziele unverändert weiter. Zwar werden ESG-bezogene Themen regional mitunter zurückhaltender kommuniziert, doch weltweit überwiegt die Erwartung, dass sich der Transformationskurs bis 2030 fortsetzt – oder sogar beschleunigt.
Bei Anlageentscheidungen verwenden 85 % der Befragten ESG-Kriterien, wobei zunehmend fokussierte, themenspezifische Strategien breitere Ansätze ablösen. Die wichtigsten Ziele in Bezug auf ESG sind eine höhere Allokation in für die Energiewende relevante Anlagen, Active Ownership als strategisches Mittel zur Förderung unternehmensweiter ESG-Ziele und die Dekarbonisierung der Portfolios.

Quelle: BNP
Als Pacesetter gelten rund ein Fünftel der Befragten, davon 36 % der Private-Capital-Manager, 42 % der Asset Manager und 22 % der Asset Owner. Diese Gruppe legt bei der Anlagestrategie besonderen Wert auf Dekarbonisierung, soziale Fragestellungen, Biodiversität und eine gerechte Transformation. 65 % der Pacesetter haben bereits Inhouse-Methoden implementiert und investieren gezielt in ESG-Daten, Impact-Messung und spezialisiertes Personal.

Quelle: BNP
Private-Capital-Manager treten zunehmend als treibende Kraft im Bereich des nachhaltigen Investierens auf und sehen sich vergleichsweise wenig durch geopolitische Entwicklungen beeinflusst. Rund die Hälfte von ihnen plant, aktives Engagement gezielt zur Umsetzung ihrer ESG-Ziele einzusetzen, wobei der Schwerpunkt auf sozialen Themen und einer gerechten Transformation liegt.
Für viele Investoren ist ESG ein zentrales Auswahlkriterium bei der Mandatierung externer Partner. 51 % nennen einen überzeugenden ESG-Track-Record und die Markenreputation als wichtigste Auswahlkriterien für Finanzdienstleister.
Zudem werden aufgrund der steigenden Anforderungen an die Qualität und Transparenz von ESG-Daten mangelhafte Daten und Research als größte Herausforderung gesehen. Zur Bewältigung der Datenproblematik greifen Investoren zunehmend auf multiple Datenquellen und Anbieter zurück, gleichen diese miteinander ab oder entwickeln eigene Bewertungsmodelle. ESG-Ratings hingegen verlieren an Bedeutung, da sie vermehrt als wenig aussagekräftig für die tatsächliche Wirkung gelten.
Absolut Research analysiert institutionelle Publikumsfonds mit Fokus auf Klima und Nachhaltigkeit jeden Monat in den Publikationen Absolut|ranking Sustainability Equity, Sustainability Fixed Income und Sustainability Multi-Asset. Insgesamt analysiert Absolut|ranking mehr als 16.000 aktive und passive Strategien von 2.000 Asset Managern, aufgeteilt auf 36 Assetklassen und Marktsegmente sowie mehr als 200 Universen. Individuelle Mandate und Spezialfonds können ebenfalls untersucht werden.