13.07.2016 | Märkte

Liquiditätsprämien bei illiquiden Assets

Robeco hat eine Marktanalyse zu illiquiden Assets veröffentlicht. Ursachen für Illiquidität können Transaktionskosten, Nachfragedruck und Bestandsrisiken, private Informationen sowie Suchfriktionen sein. Die Untersuchung der Liquiditätsprämie zeigt, dass es sich um eine Kompensation für die fehlende Handelbarkeit von Investments (zu einem fairen Preis) handelt. Dabei kann unterschieden werden zwischen der Prämie für die Illiquidität selbst und einer Prämie für das Risiko der Illiquidität. Letzteres bezeichnet das Risiko eintrocknender Liquidität in Krisenphasen, wohingegen im normalen Marktumfeld die Handelbarkeit gegeben ist, etwa bei Hochzinsanleihen in der Phase der Finanzkrise.


Quelle: Barclays POINT

Die genaue Höhe der Liquiditätsprämie hängt ab von der untersuchten Asset-Klasse, dem Zeitraum und weiteren Parametern. Im Bereich der Staatsanleihen beträgt die Liquiditätsprämie ca. 20 bis 30 Basispunkte, bei Aktien beträgt der Unterschied zwischen liquiden und illiquiden Titeln je nach Untersuchung zwischen 3,5 und 6,6 %. Auch innerhalb alternativer Asset-Klassen, etwa Immobilien oder Hedgefonds, lassen sich Prämien für weniger liquide Instrumente nachweisen. Weniger eindeutig dagegen sind die Ergebnisse, wenn versucht wird, die Liquiditätsprämien zwischen unterschiedlichen Asset-Klassen zu bestimmen. Dies kann einerseits an einem Mangel verlässlicher an Daten liegen, andererseits aber an unterschiedlichen Exposures zu Risikofaktoren, was die Vergleichbarkeit erschwert. Eine andere Erklärung ist die besondere Nachfrage von Investoren nach illiquiden Assets, um die Liquiditätsprämie zu vereinnahmen, was die Preise treiben und wiederum für ein Verschwinden der Liquiditätsprämie sorgen kann. Andere Gründe für Investments in illiquide Assets können sich aus Diversifikationsaspekten ergeben. Ein Beispiel hierfür wären Infrastrukturinvestments.

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