Langfristige Infrastruktur-Investments werden bevorzugt
Der Global Infrastructure Hub (GI Hub) und das EDHEC Infrastructure Institute-Singapur (EDHECinfra) haben in einer Studie die Beurteilung und Erwartungen institutioneller Investoren bzgl. Infrastruktur-Investments untersucht. Zu den 184 Befragten zählten unter anderem Asset Owner mit einem Volumen von 8 Billionen USD AuM sowie Asset Manager.
65 % der Asset Owner planen in den nächsten 3 bis 5 Jahren eine Ausweitung ihrer Allokation in Infrastruktur. Nur 2 % planen ihr Exposure zu verringern oder Infrastruktur-Investments generell zu unterlassen. Asset Owner bevorzugen vor allem langfristige Investments in Infrastruktur. Im Durchschnitt ziehen ca. 80 % einen Zeitraum von über 10 Jahren vor. Die restlichen 20 % favorisieren eine Haltedauer von 5 - 10 Jahren. Dementsprechend ist die Liquidität solcher Investments von untergeordneter Relevanz.

Quelle: GI Hub, EDHECinfra
Als Hauptgründe für Infrastrukturinvestments nennen 40 % der Asset Owner die positiven Diversifikationseffekte sowie eine höhere risikoadjustierte Rendite. 12 % streben vor allem eine Absicherung vor Inflationsrisiken an. Allerdings sind nur 4,6 % der Asset Owner mit den von Asset Managern angebotenen Infrastruktur-Produkten zufrieden. Beispielsweise schätzen 82 % der Asset Owner geschlossene Private-Equity-Infrastrukturfonds als veraltet ein. Allgemein werden neben hoher Produktkosten vor allem die nicht ausführlich definierten Investitionsziele kritisiert. Hinzu kommt, dass derzeit keine adäquaten Benchmarkings für Infrastruktur-Investments existieren, bemängeln 94 % aller Befragten.
Einen besonderen Stellenwert nehmen Schwellenländer ein. Zwar lehnen 43,7 % der Asset Owner Investments in Emerging Market Infrastructure ab, rund 20 % sind allerding bereits investiert und ca. 37 % planen eine Allokation oder sind noch unsicher. Innerhalb dieser Investorengruppe, die bereits in Emerging Market Infrastructure investiert ist oder Investitionen planen, wollen rund 64 % ihr Exposure in den nächsten 3 bis 5 Jahren erhöhen. Lediglich 4 % planen eine Verringerung der Allokation. 
Quelle: GI Hub, EDHECinfra
Die Hauptgründe für Investitionen in Emerging Market Infrastructure sind höhere Renditeerwartungen und die fehlenden Investmentopportunitäten in entwickelten Ländern. Als größte Herausforderungen werden die politischen Rahmenbedingungen im Zielland sowie makroökonomische Risiken wahrgenommen.
Umwelt-, Sozial- und Governance(ESG)-Kriterien spielen nur bei rund 14 % der Asset Owner keine Rolle. 69 % schätzen ESG-Kriterien als wichtig ein und für ca. 17 % stehen sie an erster Stelle.
Absolut Research analysiert institutionelle Publikumsfonds mit Fokus auf Infrastruktur jeden Monat in der Publikation Absolut|ranking Listed Infrastructure & Private Equity. Insgesamt umfassen die Absolut|rankings mehr als 12.000 institutionelle Publikumsfonds und ETFs, aufgeteilt in 25 Asset-Klassen und Marktsegmente und mehr als 100 Universen.