Häufigeres Reporting reduziert Mispricing-Risiko von Private-Equity-Fonds
Sofia Johan und Minjie Zhang von der York University haben in einem im August 2016 veröffentlichten Forschungspapier untersucht, welche Auswirkung die Häufigkeit des Reportings von Private-Equity-Fonds auf die Performance sowie die Wahrscheinlichkeit einer überzogenen Performancedarstellung haben kann. Hierzu greifen die Autoren auf ein Sample von 5068 Private-Equity-Fonds aus 44 Staaten für den Zeitraum 2000 bis 2012 zurück. Zunächst wird untersucht, welche Auswirkungen die Reporting-Häufigkeit auf die Fondsperformance hat, wobei eine Reihe von Kontrollvariablen, darunter Aktienmarktentwicklung, regulatorisches Umfeld und Fondscharakteristika, berücksichtigt werden. Wird weniger häufig berichtet, sinken die realisierten Erträge, steigen unrealisierte Erträge und das Risiko von Mispricing in den Reports. Es zeigt sich, dass die Reporting-Häufigkeit einen hochsignifikant negativen Einfluss auf das Risiko einer überzogenen Performance-Darstellung aufweist. Auch die Fondsgröße, das durchschnittliche Commitment der Anleger sowie rechtliche und kulturelle Aspekte sind Faktoren, die Einfluss auf das Mispricing-Risiko haben.
Quelle: Johan, Zhang, 2016
Auffällig ist zudem, dass Stiftungen als Investorengruppe unabhängig von der Modellspezifikation einem geringeren Risiko unterliegen, übertriebene Performance-Reportings zu erhalten. Wird das Fondsalter als Kontrollvariable eingeführt, wird der Effekt der Reporting-Häufigkeit insignifikant, bleibt jedoch für ein Subsample jüngerer Fonds bestehen. Grund hierfür ist, dass gerade jüngere Fonds durch das häufigere Reporting ihre Governance unter Beweis stellen und entsprechend dazu neigen, keine übertriebenen Darstelllungen zu wählen, um ihre Reputation zu festigen. Insgesamt schlussfolgern die Autoren, dass die Häufigkeit der Reportings entweder als Indikator für die Governance des Management oder den Monitoring-Aufwand der Investoren dienen kann.
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