24.10.2016 | Märkte

Blockchain-Technologie im Finanzsektor

In einem im August 2016 erschienen White Paper analysieren Misys und Celent, wie die Finanzindustrie langfristig von der Technologie der Blockchain und der zugrundeliegenden Distributed Layer Technology (DLT) profitieren könnte. Außerdem diskutieren die Autoren Einschränkungen, die derzeit eine breite Anwendung der Technologie verhindern. Die DLT ist im Prinzip ein öffentlich geführtes Kontobuch, mit dem Transaktionen aufgezeichnet werden können, ohne dass eine Verifizierung und Legitimation der einzelnen Transaktion durch eine zentrale Stelle erfolgen muss. 


Quelle: Misys, Celent

Ein Schwerpunkt der Untersuchung liegt auf der Identifikation von möglichen Use Cases der DLT an Kapitalmärkten und im Corporate Banking. Die bisher am meisten verfolgten Anwendungsbereiche der DLT an Kapitalmärkten sind Post-Trade-Verarbeitungsprozesse. Dazu zählen die Autoren Clearing & Settlement, Kapitalverwaltung und Collateral Management. Da eine Reihe von Finanzinstitutionen Post-Trade-Verarbeitungsprozesse anbieten, ist eine Standardisierung der DLT-Netzwerke notwendig, um die Interoperabilität der Technologie zu gewährleisten. 


Quelle: Misys, Celent

Zu den Anwendungsgebieten im Corporate Banking gehören klassische Transaktionsdienstleistungen wie grenzüberschreitende Zahlungen, Handelsfinanzierungen, Supply Chain Finance und Know-Your-Customer-Verfahren zur Kundenidentifizierung. Bisherige Implementierungsvorhaben gingen mit Ausnahme von grenzüberschreitenden Zahlungen nicht über Pilotphasen hinaus. Den Autoren zufolge ist der Zeitpunkt einer breiten Anwendung der Blockchain-Technologie in der Finanzindustrie trotz eines Investitionsanstiegs nur schwer abzuschätzen.

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