25.10.2016 | Research

Private Equity: Nur geringe Outperformance gegenüber dem Aktienmarkt

Eileen Appelbaum und Rosemary Batt untersuchen in einem CEPR-Forschungspapier die Performance von Private-Equity-Investments im Zeitverlauf. Im Gegensatz zum Branchenstandard, nach dem die Performance über den IRR gemessen wird, der die Rendite oftmals überschätzt, sehen die Autoren im Public Market Equivalent (PME) ein sinnvolleres Performance-Maß. Dieses vergleicht die Rendite von PE-Investments mit vergleichbaren börsennotierten Aktieninvestments. Dabei muss berücksichtigt werden, dass PE-Investments durch das höhere Leverage meist risikoreicher als klassische Aktienanlagen sind, wodurch eine Risikoprämie von 300 Basispunkten erzielt werden sollte. Während Private Equity in den 1990er Jahren im Mittel eine 1,75 Prozentpunkte höhere Rendite erzielte als der S&P 500, sank dieser Aufschlag Anfang der 2000er auf 1,5 % und seit 2006 ist keine Outperformance mehr erkennbar. Wird statt des S&P 500 ein mit den Übernahmezielen der Private-Equity-Fonds besser vergleichbarer Mid-Cap-Index als Benchmark verwendet, verschlechtert sich die Gegenüberstellung zu Ungunsten der Private-Equity-Fonds.


Quelle: Appelbaum, Batt, PitchBook 2015

Gründe für diese Entwicklung sind Veränderungen im ökonomischen Umfeld und Wettbewerb. Während in den 1980ern und 90ern eine kleine Zahl von Private-Equity-Unternehmen aktiv war und gute Übernahmekandidaten erwerben sowie Anfang der 2000er von den Überbewertungen des Aktienmarktes bei Verkäufen profitieren konnten, konkurrieren heute in den USA 4100 Private-Equity-Unternehmen um lohnenswerte Übernahmeziele. Zusätzlich zu den 185 Mrd. US-Dollar, die 2015 an frischem Kapital eingeworben werden konnten, verfügt die Branche über 460 Mrd. US-Dollar liquiden Mitteln die für Akquisitionen zur Verfügung stehen. Hinzu kommt Gegenwind von der regulatorischen Seite. Mögliche negative Auswirkungen von Private-Equity-Transaktionen auf die übernommenen Unternehmen, wie etwa hohe Verschuldung sowie Druck auf Löhne und Beschäftigung, machen das Engagement in Private Equity für Investorengruppen wie Pensionseinrichtungen und Stiftungen weniger attraktiv.

Dem Fazit dieser Forschungsarbeit stehen die Ergebnisse anderer Untersuchungen gegenüber, die für Private-Equity-Investments durchaus eine positive Outperformance nachweisen. In Ausgabe 4|2014 des Absolut|report zeigen Prof. Oliver Gottschalg von der HEC School of Management sowie Daniel Boege und Jakob Schramm von Golding Capital Partners, dass zwar keine Persistenz der Rendite besteht, sich jedoch eine Persistenz auf der Alpha-Ebene feststellen lässt. Hinzu kommen positive Diversifikationseffekte auf der Risikoseite, wie Christian Diller und Christoph Jäckel in Ausgabe 2|2016 aufzeigen.

Absolut Research analysiert institutionelle Publikumsfonds mit Fokus auf Listed Private Equity jeden Monat in der Publikation Absolut|ranking Listed Infrastructure & Private Equity. Insgesamt umfassen die Absolut|rankings mehr als 11.000 institutionelle Publikumsfonds und ETFs, aufgeteilt in 25 Asset-Klassen und Marktsegmente und mehr als 100 Universen.

Abonnenten von Absolut Research können weiterführende Informationen hier herunterladen:
Mehr zum Thema "Private Equity"
zurück