EY: Nichtfinanzielle Daten gewinnen im Investment-Prozess zunehmend an Bedeutung
Investoren und Asset Manager verwenden in zunehmendem Maße nichtfinanzielle Informationen im Investment-Prozess, zeigt die Studie „Tomorrow’s Investment Rules 2.0“ von EY. 37 % der Befragten evaluieren demnach in einem strukturierten Ansatz beispielsweise die ESG-Performance von Investments, gegenüber dem Vorjahr fast eine Verdoppelung des Anteils. Weitere 26,5 % nutzen Nachhaltigkeitsinformationen nicht systematisch, während knapp 21 % die Nachhaltigkeit investierter Unternehmen gar nicht berücksichtigen (-15 Prozentpunkte).
Für den Anlageprozess spielen wachsende Sorgen vor Stranded Assets - d.h. Vermögenswerten, die unter plötzlicher Wertberichtigung oder einer großen Abwertung aufgrund von Änderungen der gesetzlichen Rahmenbedingungen, regulatorischen Bestimmungen, Marktkräften oder Umweltschocks leiden - und den Auswirkungen anderer nichtfinanzieller Faktoren eine wesentliche Rolle. Insgesamt sehen 61,5 % der Anleger nichtfinanzielle Informationen als relevant für die Bewertung von Investments in allen Branchen an. Für die Studie wurden 200 Asset Manager und institutionelle Investoren weltweit befragt.
Quelle: EY
Problematisch ist, dass Unternehmen den Investoren nicht immer adäquate Informationen zu ESG-Risiken zur Verfügung stellen. Wegen der oftmals inkonsistenten Informationen verwenden manche Anleger bislang gar keine ESG-Daten im Investment-Prozess. Die Unzufriedenheit der Investoren mit der Qualität der Daten beruht auch darauf, dass die Unternehmen nichtfinanzielle Informationen eher als Stellschraube zum Reputationsaufbau bei Kunden nutzen oder um regulatorische Anforderungen zu erfüllen, als diese für Investoren bereitzustellen. Vor diesem Hintergrund besteht auf Anlegerseite hohes Interesse an standardisierten und sektorspezifischen nichtfinanziellen Reportings, die die Performance mit der Peer Group vergleichbar machen. Als besonders sinnvoll werden Reportings angesehen, die direkt vom betreffenden Unternehmen stammen und nicht von Dritten veröffentlicht werden.
Quelle: EY
Systematische ESG-Ausweitungen sind in Europa am weitesten verbreitet, wobei die deutlichsten Fortschritte in den USA zu verzeichnen sind. Inzwischen werden Nachhaltigkeitsaspekte allerdings über alle Regionen hinweg von der Mehrheit der Befragten bei der Bewertung von Investments berücksichtigt.
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