21.07.2016 | Märkte

Infrastruktur als Bestandteil von Versicherungsportfolios

Das Bankhaus Lampe hat in einer Marktanalyse die Entwicklungen und Perspektiven der Asset-Klasse Infrastruktur in den Portfolios deutscher Versicherungsunternehmen untersucht. Sowohl die Auswirkungen des Nullzinsumfeldes als auch regulatorische Vorgaben und die vielfach schwache Kapitalausstattung erschweren die Neuinvestition freier Mittel.
Dennoch beträgt der Anteil festverzinslicher Instrumente an den Portfolios der Assekuranzen nach wie vor ca. 90 %. Lediglich 2 % des Kapitals, also rund 28 Mrd. Euro, sind in alternativen Investments allokiert. Erschwert wird die Diversifikation des Portfolios durch die knappe Kapitalausstattung in Verbindung mit den Solvency-II-Vorgaben zur Kapitalhinterlegung der Anlagen.
Dennoch haben die Versicherer in den vergangenen Jahren Schritte unternommen, um sich breiter aufzustellen. Hierzu zählen Co-Investitionen mit Private-Equity-Fonds im Segment alternativer Anlagen. Speziell im Bereich von Infrastruktur haben sie derzeit etwa 1 % der Kapitalanlagen investiert, vor allem Erneuerbare Energien und Transportinfrastruktur. Gründe hierfür sind neben Sicherheit, Stabilität und planbaren Erträgen auch höhere Renditen – bei relativ geringer Korrelation zu anderen Märkten und vergleichsweise niedrigen Ausfallraten. Dies betrifft allerdings vornehmlich die größeren Gesellschaften, da diese über die notwendigen Kapazitäten verfügen, die Risiken zu beurteilen sowie die notwendigen Transaktionsvolumina zu stemmen.


Quelle: GDV, Bankhaus Lampe

Exposures in Infrastruktur werden von den Versicherern über eine Reihe von Instrumenten aufgebaut, zu denen neben Private Equity Fonds auch Direktinvestitionen und Fremdkapitallösungen wie Debt-Fonds, Projektanleihen, Verbriefungen und Kreditbeteiligungen gehören. Die Herausforderung besteht in der Wahl des richtigen Instrumentes in Abhängigkeit von versicherungsspezifischen Anforderungen, internen Kosten (z.B. Solvenzkapitalunterlegung) und externen Kosten (etwa Asset Management Fees). Unterstützung kommt allerdings durch die Rekalibrierung der Solvenzkapitalanforderungen durch die EIOPA.

Absolut Research analysiert institutionelle Publikumsfonds und ETFs mit Fokus auf Infrastruktur jeden Monat in der Publikation Absolut|ranking Listed Infrastructure & Private Equity.

Abonnenten von Absolut Research können weiterführende Informationen hier herunterladen:
Mehr zum Thema "Infrastructure"
zurück