03.11.2015 | Research

Timing-Fähigkeiten von Hedgefonds bei Tailrisk-Events

Tailrisiken haben einen starken Einfluss auf die Performance von Hedgefonds. Dies zeigen Vikas Agrarwal von der Georgia State University, Stefan Ruenzi von der Universität St. Gallen und Florian Weigert von der Universität Mannheim in dem Working Paper „Tail risk in hedge funds: a unique view from portfolio holdings“. Die Autoren zeigen, dass Hedgefonds mit einem Aktienschwerpunkt und großen Tailrisiken ähnliche Fonds mit geringen Tailrisiken um durchschnittliche 5,3 % p.a. outperformen. Dieses Ergebnis ist auch nach einer Korrektur um verschiedene Risikofaktoren zu beobachten. Die Quellen von Tailrisiken finden sich vor allem in Strategien, die das Ausschreiben von Put-Optionen sowie Investments in Aktien mit einer hohen Tailrisksensitivität beinhalten. Hedgefonds, die Longpositionen in Put-Optionen eingehen, wiesen hingegen ein deutlich geringeres Tailrisiko auf.  Weiterhin korreliert das Tailrisiko positiv mit dem Delta, der durchschnittlichen Haltedauer und dem Fremdkapitalanteil des Fonds.


Quelle Agrarwal, Ruenzi, Weigert (2015)

Die Autoren haben zudem die Timing-Fähigkeiten von Hedgefonds bezüglich großer Tailrisk-Events untersucht. Als Analysebeispiel diente die Insolvenz von Lehman Brothers. Beobachtet wurde, dass das durchschnittliche Tailrisiko der Hedgefondsindustrie im Oktober 2008 geringer war als das Tailrisiko eines hypothetischen Buy-and-Hold Aktienportfolios. Des Weiteren sind die Long-Positionen in Put-Optionen im Vorfeld gestiegen. Aus diesen Beobachtungen kann auf Timing-Fähigkeiten der Hedgefonds geschlossen werden.

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