Hedgefonds: Abnehmendes Alpha im Zeitverlauf
Hedgefonds erzielten in den 15 Jahren vor der Finanzkrise ein positives Alpha , während sie in der Dekade nach der Finanzkrise ein negatives Alpha verzeichneten, zeigt ein Researchpaper von Rodney Sullivan von der Darden Graduate School of Business. Adjustiert um Aktien- und Anleihenmarktrisiken ergibt sich über den gesamten Untersuchungszeitraum 1994 bis 2019 ein positives Alpha von 1,7 % p.a. Im Zeitverlauf hat sich dieses allerdings nicht linear entwickelt: Vor der Finanzkrise lag das Alpha bei durchschnittlich 3,4 % jährlich – nach der Finanzkrise hingegen sank es auf annualisiert -0,8 %. Diese Ergebnisse sind weitgehend unabhängig davon, ob der gesamte Hedgefondsmarkt oder lediglich Aktienstrategien betrachtet werden. Unter Berücksichtigung der steigenden Asset-Volumina haben Hedgefonds damit seit dem Jahr 2000 risikoadjustiert zu Verlusten von 21,1 Mrd. US-Dollar für die Investoren geführt.

Quelle: Sullivan, 2019
Unklar ist, ob es sich bei dem negativen Alpha der vergangenen Jahre um eine zeitlich befristete Underperformance handelt oder ob Arbitrage-Geschäfte das Geschäftsmodell von Hedgefonds langfristig unterminieren. Um dies zu prüfen, zerlegt der Autor die Risiko- und Renditequellen von Aktien-Hedgefonds. Neben traditionellen Aktien- und Anleihenrisiken werden verschiedene Faktoren wie u. a. Size, Value und Momentum berücksichtigt. Rund 90 % der Variation der Hedgefonds-Renditen lassen sich durch dieses Modell erklären. Während die Aktienmarkt-Exposures über den gesamten Zeitraum weitgehend konstant geblieben sind, gab es deutliche Veränderungen bei den Exposures zum Anleihenmarkt und den alternativen Risikofaktoren. Hierzu gehört auch ein signifikanter Rückgang des aktiven Risikos mit entsprechenden Auswirkungen auf die Performance.

Quelle: Sullivan, 2019
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