31.01.2017 | Research

ESG optimiert Anleihen-Portfolios

Barclays hat in einem Marktbericht unter anderem untersucht, welchen Einfluss nachhaltigkeitsbezogene Aspekte auf die Performance eines Anleihen-Portfolios haben. Dazu wurden zunächst die Rolle und die Bedeutung von ESG-Ratings beleuchtet.

ESG-Scores dienen demnach in erster Linie dazu, um mit nicht-finanziellen Informationen die Langzeitrisiken und Opportunitäten von Unternehmen besser ermitteln zu können. Wird ein Unternehmen einem ESG-Rating unterzogen, erfolgt ein Multi-Kriterien-Scoring. Hierbei werden für jede der drei E-, S- und G-Kategorien umfangreiche Bewertungsfaktoren angewandt, durch die eine Bewertung des Risk Exposures möglich ist. Als Ergebnis können absolute und relative Ratings erstellt werden. Bei absoluten Ratings ist eine Vergleichbarkeit zweier Unternehmen aus unterschiedlichen Branchen möglich, wohingegen die relativen Ratings in Relation zu einer Peer-Group durchgeführt werden. Je nach Anbieter und angewandter Methodik variieren die Ergebnisse eines ESG-Ratings allerdings. Ein erzielter ESG-Score bleibt innerhalb der folgenden 12 Monate aber konstant und verändert sich nur selten. So hat bei  durchschnittlich ca. 80 % der durch MSCI und Sustainalytics bewerteten Unternehmen keine Veränderung eingesetzt - unabhängig vom erzielten ESG-Score.

Die Autoren stellten verschiedene vergleichbare ESG-Anleihen-Portfolios zusammen, anhand derer Aussagen über den Beitrag des ESG-Faktors im Portfolio getroffen werden konnten. Sie kommen zu dem Ergebnis, dass durch den ESG-Faktor eine Renditeprämie erzielt werden kann. Insbesondere über den Governance-Faktor konnte eine Outperformance gegenüber den Portfolios mit einem geringeren ESG-Score erreicht werden. Der Autor hebt hervor, dass ESG-Aspekte für ein Investment-Grade Credit Portfolio zwar nicht zwingend notwendig sind, sich dadurch aber höhere Erträge erzielen lassen. Es konnte ausgeschlossen werden, dass die Outperformance allein auf eine stärkere Nachfrage zurückzuführen ist.


Quelle: Barclays Research, Sustainalytics, MSCI

Als mögliche Erklärung für die Outperformance wird eine höhere Risikotoleranz und damit eine geringe Abstufung im Credit Rating herangezogen. Anleihen mit einem höheren ESG- Score erlitten im Betrachtungszeitraum weniger Herabstufungen, als Bonds mit einem niedrigeren ESG-Score.


Quelle: Barclays Research, MSCI


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