27.09.2016 | Studie

Schweiz: Entwicklungspotenzial nachhaltiger Investments

Die Schweiz nimmt einen besonderen Stellenwert auf dem Markt für nachhaltige Investments ein. Den Investoren und Asset Managern wird ein hohes Potenzial für die Weiterentwicklung des Sektors und teilweise auch eine gewisse Vorreiterrolle zugesprochen. Zu diesem Ergebnis kommen zwei Untersuchungen von Swiss Sustainable Finance und dem WWF.
Swiss Sustainable Finance hat in der im April 2016 veröffentlichten Studie u.a. Asset Manager, Stiftungen und Pensionsfonds zu Development Investments befragt. Development Investments verfolgen das Ziel, in Entwicklungsländern eine positive Wirkung in Gesellschaft, Umwelt oder Wirtschaft zu erbringen bei einer gleichzeitig marktgerechten Rendite. Ein Drittel der weltweiten Development-Investments wurden 2015 von schweizerischen Unternehmen gemanaged. Das Volumen ist von 8,68 Mrd. USD (2014) auf 9,85 Mrd. USD im Jahr 2015 angestiegen.
Rund 80 % der schweizerischen Development-Investments flossen in den Mikrofinanz-Sektor. An zweiter Stelle folgte mit ca. 6 % der Energie- und mit 4,5 % der Landwirtschaftssektor. Die beiden größten Zielländer waren Lateinamerika und Zentralasien. Private Debt (direkt und indirekt) ist mit 77,8 % die dominierende Assetklasse. Private Equity (direkt und indirekt) nimmt nur einen Anteil von insgesamt 11 % ein. Die Hauptinvestorengruppe sind institutionelle Investoren (39,8 %), gefolgt von Staatsinvestoren (29,5 %), Kleinanlegern (20,4 %) und vermögenden Privatpersonen (10,4 %). Bei etwa der Hälfte der untersuchten Produkte werden spezielle Social Performance Metrics angewandt, um die Wirkung der Investments messen zu können. Die Kennzahlen werden für jeden Sektor angepasst.


Quelle: Swiss Sustainable Finance

Zu ähnlichen Ergebnissen kommen der WWF und die Stiftung ShareAction in einer Studie, in der 16 schweizerische Pensionskassen anhand der Integration von ESG-Aspekten in den Investmentprozess bewertet wurden. Die Autoren stellen fest, dass lediglich 3 Pensionskassen keine Grundsätze zum verantwortungsvollen Investieren implementiert haben und nur bei 7 Vorsorgern die ESG-Grundsätze auf alle Anlagenklassen angewandt werden. Die Aktivitäten im Bereich Engagement sind zwar größtenteils fest integriert, aber ausbaufähig, so die Studie. Ähnliche Ergebnisse erzielte die Befragung im Bereich Klimawandel. Die Mehrheit hat bereits einzelne Asset Klassen auf Klimarisiken überprüft, verstärkt in erneuerbare Energien investiert oder das Immobilienportfolio dekarbonisiert.


Quelle: WWF & ShareAction

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