Auswirkungen heterogener Inflationsentwicklung auf Asset Allocation
Die UBS untersucht in der Marktanalyse „Lower for longer“ die Auswirkungen niedriger Inflationsraten auf die künftige Renditeentwicklung der Kapitalmärkte. Ein Anstieg der Inflationsrate wird derzeit von verschiedenen Faktoren begrenzt. Hierzu zählen die global schwache Nachfragesituation, demographische Trends, Entschuldung des Privatsektors und Austeritätspolitik, insbesondere im Infrastrukturbereich. Auf den Rohstoffmärkten dämpfen drei Faktoren die Preise. Abgesehen von der von Energieeffizienzsteigerungen und konjunkturell bedingten geringen Nachfrage haben neue Technologien das Rohstoffangebot vergrößert. Auch der starke US-Dollar trägt zu schwächeren Rohstoffpreisen bei. Ein weiterer Aspekt ist der Wettbewerb von Produktionsstandorten, was den Preis der Güter nach oben begrenzt. Basierend auf empirischen Faktoren wird davon ausgegangen, dass sich die Inflationsrate in den USA allmählich dem 2-%-Ziel annähert. In Europa sieht dieses Bild anders aus, hier wird von einer Inflation nahe Null, möglicherweise sogar einem deflationären Preisniveau, ausgegangen. 
Quelle: UBS
Für die kommenden drei bis fünf Jahre wird die Inflationsentwicklung einen erheblichen Einfluss auf die Performance der Asset-Klassen ausüben, so das Fazit. Mittelfristig rechnen die Autoren mit einer volatilen Konjunkturentwicklung. In einem Umfeld niedriger Inflationsraten ist es für Unternehmen schwierig, ihre Profitabilität zu steigern, was die Attraktivität von Aktieninvestments mindert. Auch wenn Anleihen in diesem Umfeld attraktiver erscheinen, bestehen Risiken bei unerwarteten Zinserhöhungen oder ansteigenden Inflationsraten. Vor diesem Hintergrund wird das Marktbeta alleine als nicht hinreichend angesehen, um die Renditeanforderungen der Investoren zu erfüllen. Vielmehr kommt den Fähigkeiten aktiver Manager wieder höheres Gewicht zu. Für die Asset Allocation wird ein taktischer Plan vorgeschlagen, der den niedrigeren Renditeerwartungen gerecht wird. Dieser beinhaltet das Investment in illiquide Assets, um Liquiditätsprämien zu erzielen, einen Risikoallokations-Ansatz und die Ausnutzung der Zyklizität der Märkte durch Kombination von aktivem Top Down Management und einer globalen Ausrichtung.
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