08.12.2025 | Märkte

Alpha-Treiber von Hedgefonds

Das aktuelle Marktumfeld erlaubt Hedgefonds wieder klassische Alpha-Quellen zu nutzen, zeigt eine kurze Analyse von JP Morgan. Die Autoren identifizieren drei Treiber für Hedgefonds-Alphas: risikofreie Zinsen über 2 %, moderate bis hohe Aktienvolatilität und niedrige Intra-Stock-Korrelationen. Höhere Kurzfristzinsen steigern Hedgefondsrenditen sowohl direkt (Cash-Erträge, Short-Rebates, Floating-Rate-Effekte) als auch indirekt über ein volatileres Marktumfeld. Ein volatiles Umfeld erhöht die Preisdifferenzen und damit die nutzbaren Ineffizienzen, wobei Alpha typischerweise nicht im Spike selbst entsteht, sondern in den Folgemonaten. Niedrige Korrelationen zwischen Einzelaktien erhöhen die Häufigkeit idiosynkratischer Chancen. Dadurch entsteht größere Renditedispersion, die Hedgefonds ausnutzen können.


Quelle: JPM

Im Zeitraum 2011 bis 2019 waren alle drei Alpha-Treiber gleichzeitig und über lange Zeiträume negativ ausgeprägt. Durch die quantitative Lockerung der Zentralbanken lagen die risikofreien Zinsen bei null, die war Volatilität gesenkt und die Korrelationen erhöhte. Seit der Corona-Pandemie machte zunehmende Unsicherheit diese vorherige Planbarkeit der geldpolitischen Maßnahmen unmöglich. Zinsen stiegen von ihrem künstlichen Tief, Volatilität normalisierte sich und Korrelationen fielen. Seit 2020 waren in 64 % der Monate mindestens zwei der drei Alpha-Treiber günstig – gegenüber nur 19 % im vorherigen Zeitraum. Unter anderem aufgrund der veränderten Inflationsdynamik dürften die Zinsen längerfristig erhöht bleiben, gleichzeitig wird sich die Volatilität aufgrund struktureller Faktoren (weniger QE-Kapazität, De-Globalisierung, hohe Schuldenstände, schwächere Treasury-Liquidität) auf erhöhtem Niveau halten. Zudem kehrt die Intra-Stock-Korrelation auf Normalwerte zurück, da schwache Unternehmen nicht mehr billig refinanziert werden.


Quelle: JPM

In dieser Situation sind Hedgefondsinvestments wieder interessanter. Viele Investoren sind aufgrund veralteter Daten und überschätzter Bond-Diversifikation jedoch noch immer unterallokiert. Vor allem Relative-Value- und Macro-Strategien bieten sich zur Diversifikation an, um unkorrelierte Erträge zu liefern. Die Managerselektion bleibt allerdings entscheidend, da sich Performance-Dispersion und Wettbewerb erhöht haben.


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