13.04.2026 | Research

Währungsstruktur internationaler Anleihen im Wandel

Die Dominanz des US-Dollars bei internationalen Anleihen folgt keinem klaren Auf- oder Abwärtstrend, sondern bewegt sich in wiederkehrenden Wellen, zeigt eine Analyse der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIS). Auf Basis ein neuen, umfangreichen Datensatzes zeigt sich zudem, dass der Dollaranteil langfristig erstaunlich stabil geblieben ist. Eine strukturelle De-Dollarisierung lässt sich damit genauso wenig beobachten, wie ein stetiger Bedeutungszuwachs. Trotz Euro-Einführung, Renminbi-Internationalisierung und geopolitischer Verschiebungen liegt der Dollaranteil heute auf einem ähnlichen Niveau wie vor 20, 40 oder sogar 50 Jahren.


Quelle: Swapan-Kumar Pradhan, Eswar Prasad, Elod Takats, Judit Temesvary (BIS)

Der Anteil des US-Dollars am Volumen internationaler Schuldverschreibungen sank von etwa 60 % Anfang der 2000er Jahre auf rund 43 % im Jahr 2008 und stieg anschließend wieder auf etwa 60 % in den späten 2010er Jahren. 2024 lag der Anteil damit nahezu auf dem Niveau von 2000. Seit den 70er Jahren lassen sich drei Dollarisierungswellen identifizieren: eine in den frühen 1980er Jahren, eine weitere in den späten 1990er Jahren sowie die aktuelle Welle nach der globalen Finanzkrise. Auffällig ist, dass die jeweiligen Hochpunkte – etwa 1984, 2000 und in den späten 2010er Jahren – auf einem ähnlichen Niveau lagen, was die wiederkehrende, wellenförmige Dynamik der Dollardominanz zeigt. 


Quelle: Swapan-Kumar Pradhan, Eswar Prasad, Elod Takats, Judit Temesvary (BIS)

Die Ergebnisse erweisen sich als robust gegenüber Wechselkurseffekten, Veränderungen in der Länder- und Sektorstruktur sowie unterschiedlichen Datendefinitionen. Es zeigen sich persistente Präferenzen bei der Währungswahl, insbesondere eine starke Dollarorientierung in Schwellenländern. Die Entwicklung seit der Finanzkrise wird zudem maßgeblich durch einen Rückgang Euro-denominierter Emissionen im Finanzsektor geprägt. Andere Währungen spielen weiterhin eine untergeordnete Rolle. Der Renminbi gewinnt zwar leicht an Bedeutung, bleibt aber deutlich hinter dem Dollar zurück. Die Dominanz des US-Dollars ist weniger Ausdruck eines aktuellen Trends als vielmehr eines stabilen Gleichgewichts ohne überzeugende Alternative, meinen die Autoren.


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