10.11.2025 | Research

Systematische Risikoexposure aktiver Anleihenstrategien

David Blitz von Robeco hat in einem Research Paper untersucht, welche gemeinsamen Risikofaktoren die aktiven Renditen von Anleihefonds erklären. Der Autor betrachtet 1.599 Bond-Fonds mit Fokus auf globale, US-amerikanische und europäische Anleihen im Zeitraum 2015 bis 2024. Rund 90% der Fonds weisen eine positive Korrelation zu den aktiven Durchschnittsrenditen ihrer Peers auf, insbesondere bei Aggregate- und Corporate-Fonds. Diese Co-Movements sind vor allem auf negatives Exposure zu Durationsrisiko und positives Exposure zu Credit-Spread-Risiko zurückzuführen. Dies impliziert eine strukturelle Untergewichtung von Staatsanleihen oder hochqualitativen Corporates und ein Übergewicht in riskanteren Titeln. Bei High-Yield-Fonds besteht hingegen ein geringeres Exposure zu Kreditrisiken als bei ihren jeweiligen Marktbenchmarks. 


Quelle: Blitz, 2025 

Weiterhin wird untersucht, wie sich gemeinsame Risikofaktoren auf das aktive Risiko und die aktive Rendite einzelner Fonds auswirken. Es zeigt sich, dass das Beta eines Fonds gegenüber der durchschnittlichen Performance seiner Peers eng mit seinem aktiven Risiko korreliert. Zudem besteht ein starker positiver Zusammenhang zwischen Beta und durchschnittlicher aktiver Rendite. Fonds mit hohem Beta erzielen im Durchschnitt höhere aktive Renditen, was jedoch überwiegend auf systematische Risikoprämien zurückzuführen ist, vor allem auf eine Übergewichtung von Anleihen schwächerer Bonität bei gleichzeitig geringerer Duration im Vergleich zur Benchmark. Bei High-Yield-Fonds fehlt dieser Zusammenhang nahezu vollständig.


Quelle: Blitz, 2025 


Eine Sortierung der Fonds nach vergangener Performance entspricht weitgehend einer Sortierung nach Beta. Etwa die Hälfte der aktiven Renditen dieser Fonds lässt sich durch systematische Risikoexposures erklären. Getrieben wird dies fast ausschließlich durch Fonds mit hohem aktivem Risiko, die im Durchschnitt etwa vier- bis fünfmal so starke Exposures gegenüber Zins- und Credit-Spreads aufweisen wie Fonds mit niedrigem aktivem Risiko. Zusätzliche Faktoren wie CoCo-Spreads, Zinsstruktur oder Neuemissionen liefern keine nennenswerte zusätzliche Erklärungskraft und verändern die zentralen Resultate nicht. 


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