Nachhaltigkeit bei deutschen institutionellen Anlegern fest verankert
Nachhaltigkeit ist in den Anlageentscheidungen deutscher Großanleger fest etabliert, wie eine aktuelle Studie von Union Investment zeigt. 89 % der befragten Asset Owner und Asset Manager berücksichtigen entsprechende Kriterien, was den zweithöchsten Wert seit der ersten Studie im Jahr 2010 darstellt. Im Durchschnitt entfallen 60 % des verwalteten Vermögens auf nachhaltige Anlagen.
Wesentliche Beweggründe für nachhaltige Investitionen sind Unternehmenswerte und die Übernahme gesellschaftlicher Verantwortung. Zwei Drittel der Befragten schätzen ihre Nachhaltigkeitskompetenz als (sehr) gut ein, dennoch nimmt der Beratungsbedarf gegenüber dem Vorjahr zu. Befragt wurden 179 Asset Manager und Asset Owner in Deutschland mit einem Anlagevolumen von rund 2,4 Bio. EUR.
66 % der Befragten sind mit ihren nachhaltigen Kapitalanlagen (sehr) zufrieden. Unter jenen, die sowohl konventionell als auch nachhaltig investieren, sehen 70 % vergleichbare oder bessere Renditen und 75 % ein ähnliches oder überlegenes Risikoprofil. Trotz der bereits breiten Anwendung nachhaltiger Strategien rechnen viele Investoren mit weiterem Wachstum: 83 % gehen davon aus, dass Künstliche Intelligenz künftig einen Einfluss auf das Thema Nachhaltigkeit haben wird – überwiegend mit positiven Effekten.
Renditevergleich nachhaltiger und konventioneller Anlagen

Quelle: Union Investment (2025)
Die zunehmende gesellschaftliche Polarisierung rund um das Thema Nachhaltigkeit wirkt sich nur in Einzelfällen auf die Anlagestrategien aus: 87 % der Befragten bleiben bei ihrer bisherigen Ausrichtung. Anpassungen betreffen vor allem einen Ausbau nachhaltiger Investments.
Kritisch beurteilt wird die regulatorische Entwicklung: Über zwei Drittel empfinden die bestehenden Vorgaben als zu komplex und mehr als drei Viertel fordern eine Reform der europäischen Regularien. Besonders deutlich wird der Wunsch nach Bürokratieabbau und mehr Praxisnähe.
Reformbedarf der europäischen Regulierung

Quelle: Union Investment (2025)
Eine große Mehrheit berücksichtigt bereits Klimaaspekte im Portfolio: 59 % indirekt und 25 % im Rahmen von Netto-Null-Zielen bis 2050. In der praktischen Umsetzung dominiert der Einsatz von Ausschlusskriterien.
Absolut Research analysiert institutionelle Publikumsfonds mit Fokus auf Klima und Nachhaltigkeit jeden Monat in den Publikationen Absolut|ranking Sustainability Equity, Sustainability Fixed Income und Sustainability Multi-Asset.
Insgesamt analysiert Absolut|ranking mehr als 16.000 aktive und passive Strategien von 2.000 Asset Managern, aufgeteilt auf 36 Assetklassen und Marktsegmente sowie mehr als 200 Universen. Individuelle Mandate und Spezialfonds können ebenfalls untersucht werden.