Green Bonds mit negativer Renditeprämie
Green Bonds weisen niedrigere Renditen auf als konventionelle Anleihen mit ähnlichen Charakteristika, zeigt ein Researchpaper von Julia Kapraun und Christopher Scheins von der Goethe-Universität Frankfurt. Diese negative Prämie ist allerdings nicht homogen für alle Emissionen, sondern hängt von anderen Bond-Eigenschaften wie der Währung oder dem Emittenten ab. Im Primärmarkt beträgt die negative Renditeprämie von Green Bonds im Mittel 20 bis 30 Basispunkte. Der Effekt ist wesentlich stärker für besicherte Anleihen. Weiterhin unterscheidet sich die Höhe der Prämie je nach Glaubwürdigkeit der Emittenten: Von staatlichen Emittenten aufgelegte Green Bonds haben einen größeren Renditeabschlag als entsprechende Unternehmensanleihen. Bei letzteren besteht kein signifikanter Unterschied zwischen grünen und konventionellen Emissionen. Das Sample umfasst 1532 grüne und 216.793 konventionelle Anleihen.

Quelle: Kapraun, Scheins, 2019
Im Sekundärmarkt steigt die Renditedifferenz zwischen grünen und konventionellen Anleihen bei kurzen Restlaufzeiten und hohen Emissionsvolumina. Ein weiterer signifikanter Einflussfaktor ist das Börsenlisteng. Green Bonds, die an einer Börse mit einem entsprechenden separaten Marktsegment notiert sind, weisen im Mittel 20 Basispunkte niedrigere Renditen auf. Dies impliziert eine höhere Glaubwürdigkeit dieser Emissionen aufgrund besserer Sichtbarkeit und Transparenz und unterstreicht die Bedeutung der Börsen für das weitere Wachstum des Segments.

Quelle: Kapraun, Scheins, 2019
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