27.07.2020 | Research

Credit im Corona-Umfeld

Der Markt für Unternehmensfinanzierungen hat sich seit dem Corona-Schock im März zum Teil wieder erholt, allerdings bei höheren Spreads und mit Unterschieden zwischen den Sektoren, zeigt ein kurzes Researchpaper der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich. Als die Auswirkungen der Pandemie offensichtlich wurden, brach die Emissionstätigkeit massiv ein. Während sich der Investment-Grade-Markt schnell wieder erholt hat und die wöchentlichen Volumina zeitweise das Vierfache des Vorjahres ausmachten, sind niedriger geratete Segmente schwächer geblieben. Der Wiederanstieg der Primärmarktaktivität ging mit deutlich ausgeweiteten Spreads einher. Dabei zeigten sich Unterschiede über verschiedene Branchen. Generell weiteten sich die Spreads am stärksten für die Branchen aus, die von den Auswirkungen der Pandemie am stärksten betroffen sind, beispielsweise Tourismus/Reisen und Unterhaltung. Im Gegensatz zu den weniger anfälligeren Branchen war die Erholung durch die Unterstützung der Politik hier auch weniger stark. Damit besteht offenbar das Risiko weiterer Downratings.


Quelle: Aramonte, Avalos, BIZ, 2020

Die erhebliche Ausweitung der Korrelationen kurz- und langfristiger Instrumente, die im Pandemie-Verlauf Rekordhöhen erreicht haben, zeigt eine strukturelle Anfälligkeit in den Credit-Märkten auf. Angesichts steigender Korrelationen bestehen auch Risiken im CLO-Markt: In einem normalen Marktumfeld reichen die Risikopuffer aus, um die höchstrangigen CLO-Tranchen vor Verlusten zu schützen. Durch die Pandemie könnten die Korrelationen allerdings so weit ansteigen, dass auch die Senior-Tranchen betroffen sein könnten. Da die Komplexität gegenüber der Zeit vor der Finanzkrise allerdings zurückgegangen ist, sehen die Autoren eine Wiederholung dieser Verluste als weniger wahrscheinlich an.


Quelle: Aramonte, Avalos, BIZ, 2020


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