17.08.2026 | Märkte

Eingeschränkter Nutzen der EU-Taxonomie im Finanzsektor

Die EU-Taxonomie wird im Finanzsektor vor allem als regulatorisches Berichtsinstrument gesehen, wenngleich erste strategische Anwendungen sichtbar werden, zeigt eine Studie von PwC. Die Mehrheit der untersuchten Institute nutzt Taxonomie-Kennzahlen demnach weiterhin nur begrenzt für Steuerung, Portfoliomanagement oder Investitionsentscheidungen. Rund ein Drittel der Finanzinstitute hat Teile des Rahmens im vergangenen Jahr aber stärker in Finanzierungsstrategien oder Risikorahmen integriert. 


Quelle: PwC

Eine zentrale Ursache für die begrenzte Nutzung liegt in der eingeschränkten Vergleichbarkeit der Daten. Für das Geschäftsjahr 2025 konnten Institute zwischen alten und neuen Berichtsvorlagen wählen. Von den analysierten Instituten verwendeten 60 die neuen Templates, 43 blieben bei den alten; vier entschieden sich für ein Opt-out. Die neuen Vorlagen verändern unter anderem die Berechnung von GAR und GIR, weil bestimmte Gegenparteien aus dem Nenner herausfallen. Dadurch können Kennzahlen steigen, ohne dass sich die zugrunde liegenden Portfolios entsprechend verändert haben.

Besonders sichtbar ist dieser Methodikeffekt bei Versicherern und Asset Managern, zeigen Interviews der Studienautoren. Im Investmentgeschäft der Versicherer stieg die durchschnittliche Taxonomie-Eignung unter neuer Methodik auf 38 % des Umsatzes und 41 % Prozent des CapEx; die durchschnittliche Ausrichtung erreichte 9 % bzw. 12 %. Bei Asset Managern lag die durchschnittliche Ausrichtung bei 7 % des Umsatzes und 9 % des CapEx.


Quelle: PwC

Für die weitere Entwicklung werden eine bessere Datenqualität durch Engagement mit Gegenparteien, Investitionen in Dateninfrastruktur und Automatisierung empfohlen sowie eine stärkere Nutzung von Taxonomiedaten für grüne Finanz-, Anlage- und Versicherungsprodukte.


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