Dynamische Entwicklung bei Stablecoins
Stablecoins entwickeln sich zu einer wichtigen Schnittstelle zwischen traditionellem Finanzsystem und digitaler Asset-Welt und weisen bereits heute erhebliche Volumina auf, beschreibt eine Analyse der Wharton School. Sie zeigt, dass Stablecoins sowohl als neue Form digitaler Geldinfrastruktur fungieren als auch strukturelle Schwächen bestehender Zahlungssysteme adressieren können, gleichzeitig aber weiterhin mit Unsicherheiten hinsichtlich Definition, Regulierung und ökonomischer Stabilität konfrontiert sind.
Ausgangspunkt ist die Beobachtung, dass Stablecoins zunehmend integraler Bestandteil der Finanzmärkte werden. Über 80 % der Transaktionen im Kryptomarkt nutzen Stablecoins als Gegenpartei, während die institutionelle Akzeptanz stark zunimmt: In einer Umfrage geben 90 % der Finanzakteure an, Stablecoins zu prüfen oder bereits einzusetzen. Der Markt ist dabei trotz Wachstums noch vergleichsweise klein: Das Gesamtvolumen liegt bei über 200 Mrd. USD und damit deutlich unter klassischen Geldaggregaten. Gleichzeitig ist er stark konzentriert: USDT (Tether) hält rund 60 % Marktanteil, USDC (Circle) etwa 25 %. Insgesamt existieren über 100 Stablecoins, wobei etwa 30 eine Marktkapitalisierung von mehr als 100 Mio. US-Dollar erreichen.

Quelle: Wharton Blockchain and Digital Asset Project (BDAP)
Die Studie definiert Stablecoins konzeptionell als öffentlich verfügbare, nicht von Zentralbanken emittierte digitale Assets, die mittels ökonomischer Mechanismen Preisstabilität anstreben. Diese Stabilität wird durch unterschiedliche Modelle erreicht, darunter vollständig besicherte, überbesicherte, algorithmische oder synthetische Ansätze. Trotz dieser Vielfalt dominieren zentralisierte, besicherte Modelle den Markt.
Historisch zeigt sich ein zyklischer Entwicklungsprozess. Nach starkem Wachstum bis 2021 führten Marktverwerfungen 2022 zu einem Rückgang um rund 25 %, bevor der Markt ab 2024 wieder deutlich expandierte. Ereignisse wie der Kollaps von TerraUSD verdeutlichen zugleich die Fragilität bestimmter Modelle. Insgesamt ergibt sich ein heterogenes, dynamisch wachsendes Marktsegment, dessen weitere Entwicklung maßgeblich von regulatorischen Rahmenbedingungen, technologischer Effizienz und institutioneller Integration abhängen wird.
Absolut Research analysiert institutionelle Publikumsfonds mit Fokus auf digitale Assets jeden Monat in der Publikation Absolut|ranking Digital Assets. Insgesamt analysiert Absolut|ranking mehr als 16.000 aktive und passive Strategien von 2.000 Asset Managern, aufgeteilt auf 34 Assetklassen und Marktsegmente sowie mehr als 200 Universen. Individuelle Mandate und Spezialfonds können ebenfalls untersucht werden.