23.03.2020 | Absolut|monitor

Zinsentwicklung in der Corona-Phase

Die Coronavirus-Pandemie dürfte erhebliche wirtschaftliche Auswirkungen nach sich ziehen. Infolgedessen veränderte sich die Zinslandschaft bereits deutlich – den Zinssenkungen vieler Zentralbanken zum Trotz wie die wöchentliche Analyse im Absolut|monitor zeigt. Im Corporate-Bereich stiegen die Zinsen besonders stark, sowohl bei Investment-Grade- als auch bei High-Yield-Ratings. Verglichen zum Vormonatswert standen die Yields im AA-Bereich über einen Prozentpunkt höher. Bei lang laufenden BBB-Corporates waren Zinsanstiege um mehr als 150 Basispunkte zu beobachten. Die laufenden Erträge überstiegen die 2-Prozent-Schwelle deutlich und erreichten Verzinsungen, die seit über einem Jahr nicht mehr zu erzielen waren.

 
Quelle: ICE Data Services, Absolut|monitor, Datenstand: 20.03.2020

Insbesondere im High-Yield-Bereich waren deutliche Spread-Aufschläge zu sehen. Die effektive Verzinsung von BB-Euro-Anleihen stieg um mehr als 4 Prozentpunkte auf knapp 6 %. Im einfachen B-Bereich erreichte das Zinsniveau vergangene Woche einen Wert von 12 %. Die Zinsen liegen damit so hoch wie zuletzt im Jahr 2012.

Um die wirtschaftlichen Folgen der Coronavirus-Pandemie zu begrenzen, haben Zentralbanken bereits umfangreiche Maßnahmen ergriffen. So senkten letzte Woche 39 Notenbanken weltweit die Leitzinsen. Darüber hinaus wurden Anleihenkaufprogramme reaktiviert oder ausgeweitet. In den USA senkte die Federal Reserve den Leitzins in zwei Schritten um mehr als einen Prozentpunkt und kündigte an, Treasuries im Wert von mindestens 500 Mrd. US-Dollar kaufen zu wollen. Bereits nach einer Woche war dieses Kaufvorhaben zu mehr als 50 % umgesetzt.

Die Europäische Zentralbank kündigte ihrerseits an, über die QE-Maßnahmen hinaus, im Rahmen des neu geschaffenen „Pandemic Emergency Purchase Programme“ (PEPP) zusätzliche Staatsanleihen kaufen zu wollen, darunter auch solche die nicht die bisherigen QE-Anforderungen erfüllten, wie etwa griechische Papiere. Bis zum Jahresende könnte das ab sofort angekaufte Volumen auf über 1 Bill. Euro anwachsen.

In Folge der US-Zinssenkung sanken auch die Sicherungskosten für Euro-Anleger. Da sich die Zinsen im USD-Corporates-Markt weniger stark einengten, lassen sich aktuell Spreads zwischen dem 12M-Hedged-USD-Yield und dem Euro-Markt von 150 und 250 Basispunkten je nach Laufzeit vereinnahmen, wie der Absolut|monitor zeigt.


Quelle: Absolut|monitor, Datenstand: 20.03.2020

Das komplette Spektrum der aktuell zu erzielenden Zinserträge zeigt die wöchentlich aktuelle Publikation Absolut|monitor. In der aktuellen Ausgabe mit Datenstand 20.03.2020 finden Abonnenten außerdem einen Beitrag von Franck Dixmier, Global Head of Fixed Income bei Allianz Global Investors, der das aktuelle Marktgeschehen und die Reaktionen der Zentralbanken und Regierungen kommentiert.

 

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