24.12.2015 | (Weihnachts-)Märkte

Standortfaktoren deutscher Weihnachtsmärkte

Der Asset Manager Catella hat in einer Marktanalyse die Standortfaktoren von Weihnachtsmärkten untersucht und aktuelle Trends aufgezeigt. Der traditionelle deutsche Weihnachtsmarkt hat sich mittlerweile international etablieren können. Dennoch machen die deutschen Besucher mit 270 Mio. noch immer mehr als die Hälfte aller globalen Weihnachtsmarktbesucher aus. Die Studie zeigt, dass trotz des Fokus auf die klassischen Stände zunehmend auch Diversifikation und Core-Satellite-Strategien „um die Krippe herum“ umgesetzt werden, darunter beispielsweise Eislaufbahnen bzw. Fahrgeschäfte, Weihnachtszirkus und –kino. Auffällig ist ferner die pandemische Verbreitung veganer Märkte, was insbesondere den Ochsen im Stall von Bethlehem und die Weihnachtsgans erfreuen dürfte.

Es überrascht nicht, dass Glühwein mit 55 % nach wie vor an der Spitze der verkauften Getränke liegt. Entsprechend dem Zentralbankmotto „Die einzig stabile Währung ist die alkoholische Gärung“ ist die größte Dynamik bei den Heißgetränken jedoch im Segment der sonstigen Getränke zu finden, welches sich durch eine stärkere Fokussierung auf höhere Promillegrade auszeichnet. Getränkestände erzielen bei Gewinnspannen von bis zu 1.500 % mit einem Umsatz von 250.000 Euro bis zu dem zehnfachen Wert sonstiger Weihnachtsmarktstände.


Quelle: Catella

Als wichtigste Standortfaktoren für Weihnachtsmärkte werden analog zu Immobilien die Lage, die Lage und die Lage identifiziert. Der Marktplatz, der idealerweise an Rathaus und Kirche liegt, wird von einem Weihnachtsbaum geziert und weist als Core-Element eine Weihnachtskrippe auf. Ebenfalls wichtig ist eine Bühne für Auftritte diverser mehr oder weniger fähiger Weihnachtschöre. Qualitative Standortelemente sind Glühwein- und Verkaufsstände sowie Schwenkgrills. Zusätzlich ist eine gute Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr sinnvoll (siehe hierzu den Punkt Entwicklungen bei den Heißgetränken).


Quelle: Catella

Die anschließende Zimtsternanalyse widerspricht in großen Teilen dem Vorurteil, dass Immobilien in den letzten Jahren extrem teuer geworden sind. Einige Rohstoffpreise für Weihnachtsgebäck sind dermaßen gestiegen, da ist die „Preisexplosion“ einer pinselsanierte Einzimmerwohnung in Berlin Friedrichshain nichts dagegen, erläutern die Autoren.

Wir wünschen unseren Lesern ein frohes Weihnachtsfest und einen guten Rutsch ins neue Jahr 2016.

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