28.12.2015 | Research

Kleine Private-Equity-Fonds attraktiver als große

Basierend auf Monte-Carlo-Simulationen haben Professor Oliver Gottschalg, HEC Paris, Ralf Gleisberg und Ramun Derungs von Akina Ltd. untersucht, wie die Zusammensetzung von Private-Equity-Fonds-Portfolios deren Rendite- und Risikocharakteristika beeinflusst. Das in dem Researchpaper „Size matters – small is beautiful“ verwendete Datensample umfasst 771 Buyout-Fonds aus Europa und Nordamerika für den Zeitraum 1998 bis 2007.
Die Autoren stellen fest, dass unabhängig von der Anzahl der in einem Portfolio enthaltenen Private-Equity-Fonds, diese ähnliche erwartete Renditen aufweisen. Jedoch ist die Streuung der Ergebnisse höher, je weniger Fonds gleichzeitig im Portfolio enthalten sind. Der Grenznutzen der Diversifizierung innerhalb des Private-Equity-Portfolios ist stark abnehmend. Dabei ergeben sich grundsätzlich Diversifizierungsvorteile - unabhängig von der Fähigkeit der Investoren, Fonds mit überdurchschnittlicher Performance ex-ante zu identifizieren. In jedem Falle erhöht eine Steigerung der im Portfolio enthaltenen Fonds die minimal zu erwartende Rendite.


Quelle: Gleisberg, Derungs (2015)

Weiterhin untersuchen die Autoren die Rendite- und Risikoeigenschaften in Abhängigkeit der Höhe der von den Fonds verwalteten Assets. Es zeigt sich, dass kleinere Fonds mit Volumina bis zu 800 Mio. US-Dollar im Mittel höhere Renditen erzielen. Eine breitere Aufstellung des Portfolios über mehrere Fonds senkt sowohl für Engagements in Large- als auch Small-Cap-Fonds das Risiko, jedoch ist die Risikoreduzierung für Fonds mit weniger Assets under Management besonders prägnant. Investoren mit der Fähigkeit, überdurchschnittlich performende Fonds vorab zu identifizieren, bietet sich unter Rendite- und Risikogesichtspunkten eine breit diversifizierte Small-Cap-Strategie im Private-Equity-Segment an. Für Anleger ohne diese Fähigkeit empfiehlt sich unter dem Aspekt Rendite eher ein konzentriertes Large-Cap-Exposure. Auf der Risikoseite überwiegen allerdings auch hier die Vorzüge einer breiteren Aufstellung in kleineren Fonds.

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