23.10.2017 | Märkte

Rekordjahr für Cat-Bonds

Bis Juni 2017 standen weltweit Insurance-Linked Securities im Volumen von 25,8 Mrd. US-Dollar aus, ein Anstieg von 3,3 Mrd. US-Dollar auf Sicht von 12 Monaten, zeigt ein Marktbericht von Aon. In diesem Zwölfmonatszeitraum wurden Cat-Bonds für insgesamt 11,3 Mrd. US-Dollar begeben, was die größte Emissionstätigkeit seit Beginn der Untersuchung darstellt. Insbesondere das zweite Quartal 2017 zeichnete sich durch eine besonders starke Emissionsaktivität aus. Gründe für das Wachstum sind einerseits eine Verbreiterung der Anbieterbasis, andererseits eine deutliche Steigerung der investorenseitigen Nachfrage.


Quelle: Aon

Die hohe Nachfrage rührt auch aus politischen Unsicherheiten und negativen Zinssätzen in Teilen der Welt. Die Folge davon ist, dass Zinsspreads sinken, Emissionsvolumina steigen und zusätzliche Risikoarten über Cat-Bonds abgedeckt werden können. Erstmalig wurden beispielsweise bei einer Anleihe europäische Hochwasserrisiken versichert. Spezialisierte Katastrophenfonds und institutionelle Investoren stellen mit rund 75 % weiterhin die beiden größten Anlegergruppen. Aus Investorensicht stellen ILS-Investments durch ihre von normalen Marktbewegungen unabhängigen Risiken bei jährlichen Renditen von 5 bis 15 % eine interessante Investment-Opportunität dar. Auf Sicht von 10 Jahren konnten Anleger mit ILS eine Rendite von 7,5 % p.a. erzielen.


Quelle: Aon

Mit rund 80 % dominieren nordamerikanische Risiken die Cat-Bond-Emissionen der vergangenen 12 Monate. Ein Markttrend ist die Zunahme von Emissionen ohne Rating. Im Jahr 2016/17 verfügten lediglich 8 % der Emissionen über ein Rating, was auf ein besseres Verständnis der Investoren für die verbrieften Risiken zurückzuführen ist. Dies spart Kosten und beschleunigt den Emissionsprozess. Den gleichen Grund hat die Zunahme der Privatplatzierungen im Cat-Bond-Bereich.

Es deutet sich jedoch an, dass die schweren Wirbelstürme in den USA und die Erdbeben in Mexiko im dritten Quartal 2017 einen hohen Drawdown im ILS-Markt zur Folge haben dürfte. Für das Gesamtjahr 2017 rechnen Prognosen dadurch mit dem historisch schlechtesten Ergebnis.


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