Hohe Momentum-Prämie bei Mid-Cap-Unternehmen
In dem Forschungspapier „Size and Momentum Profitability in International Markets“ hat ein Wissenschaftlerteam das Zusammenspiel der beiden Faktoren Size und Momentum untersucht. Besonderer Fokus liegt auf der praktischen Realisierbarkeit eventueller Faktorprämien. Hierzu ziehen die Autoren ein internationales Datensample verschiedener Aktienmärkte für den Zeitraum 1991 bis 2012 heran. Zunächst wird für verschiedene Märkte die Höhe der Momentum-Prämie in Abhängigkeit der Unternehmensgröße durch die Bildung entsprechender Long-Short-Portfolios untersucht. Es zeigt sich, dass sich die höchsten Momentum-Prämien mit mittelgroßen Unternehmen erzielen lassen. Insgesamt beträgt die Prämie im Mittel rund 1 % im Monat. Im Wesentlichen scheint diese Outperformance durch die Long-Position der Aktien mit positivem Momentum getrieben, während die Short-Position bei den Verlierer-Aktien keine größeren Auswirkungen hat.
Quelle: Schmidt et al., 2016
Im Folgenden werden zusätzlich Handelskosten einberechnet, wobei nach drei Verfahren vorgegangen wird. Der erste Ansatz umfasst die Berücksichtigung geschätzter Kosten, der zweite Ansatz berechnet die maximalen Kosten, unter denen noch eine signifikante Momentum-Prämie erzielbar wäre. Zuletzt schätzen die Autoren das monatliche Handelsvolumen, um zu prüfen, ob sich die Strategie unter dem Gesichtspunkt Preis-Impact umsetzen lässt. Werden nach Verfahren 1 Handelskosten berücksichtigt, verringern sich die Momentum-Prämien drastisch, bleiben für mittelgroße Aktiengesellschaften allerdings signifikant. In rund 10 Ländern, darunter die USA, Deutschland und Großbritannien, sind die kritischen Handelskosten hoch genug, um die Momentum-Prämie im Mid-Cap-Segment vereinnahmen zu können. Abschließend zeigt sich, dass Momentum-Prämien im Small-Cap-Segment angesichts der geringen Markttiefe vermutlich nicht realisierbar sind. Im Large- und Mid-Cap-Bereich dagegen sollte es keine größeren Kursbewegungen geben, die durch die Handelsaktivitäten induziert sind, wobei sich bei Mid-Cap-Aktien zumindest eine Reduzierung der Performance durch diesen Effekt nicht ausschließen lässt.
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