Faktor-Exposures von Low-Vola-Strategien unterscheiden sich
Ausgangspunkte für die Konstruktion eines Low-Vola-Portfolios können Min-Var-Strategien oder klassische kapitalisierungsgewichtete Benchmarks sein. Die Performance-Treiber bzw. Risikofaktoren dieser Portfolios sind allerdings keine Konstanten, sondern schwanken im Zeitverlauf stark, zeigt eine Analyse von Invesco. Darin untersuchen die Autoren u.a. die Entwicklung der Faktor-Exposures verschiedener Low-Risk-Strategien. Im Mittel weist eine US-Min-Var-Strategie ein hohes Exposure zum Quality-Faktor und ein negatives zu Earnings Momentum auf. Im Zeitverlauf seit 1994 zeigen sich allerdings starke Schwankungen der Faktor-Exposures. Anleger, die einen simplen Min-Var-Ansatz verfolgen, werden also auch Exposures zu anderen Faktoren aufbauen, die nicht immer offensichtlich oder gewünscht sind. Solche Schwankungen zeigen sich auch, wenn man kapitalisierungsgewichtete Benchmarks betrachtet.

Quelle: MSCI, Invesco
Im Vergleich hierzu wies die von Invesco verfolgte Low-Vola-Strategie ein wesentlich konstanteres Faktor- und Branchen-Exposure auf, ohne Konzentrationen in bestimmten Themen. Die Autoren empfehlen, bei der Bewertung von Low-Vola-Strategien den Ausgangspunkt der Portfoliokonstruktion zu berücksichtigen: Während ein Min-Vol-Ansatz zwar die Low-Vola-Prämie verinnahmt, können ungewollte Exposures zu anderen Faktoren entstehen. Bei einem am Benchmark-Index orientierten Portfolio, welches lediglich anstrebt, die Volatilität zu vermindern, besteht hingegen das Risiko von starken Konzentrationen.

Quelle: Invesco
Neben dem Vergleich der Low-Risk-Ansätze werden in dem Paper weitere Themen betrachtet. Hierzu zählen u.a. Faktorstrategien im Bond-Markt, Active Engagement sowie Equal Weighting in Sektor-Portfolios.
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