01.10.2019 | Research

Bundesbank zeigt Zusammenhänge zwischen Währungspaaren

Es gibt Währungen, die großen Einfluss auf die Entwicklung anderer Wechselkurse ausüben, zeigt ein Researchpaper der Bundesbank. Darin untersuchen Timo Bettendorf und Roland Heinlein, ob sich einseitige kausale Zusammenhänge zwischen den Währungen der G10-Staaten finden lassen. Für den Zeitraum 2010 bis 2017 vergleichen die Autoren die Entwicklungen der Wechselkurse miteinander, wobei das britische Pfund als Numéraire verwendet wird. Es zeigt sich, dass der US-Dollar und die norwegische Krone relativ unabhängig von der Entwicklung anderer Währungen waren, gleichzeitig allerdings deutliche Einflüsse auf andere G10-Wechselkurse ausgeübt haben. Sowohl der Schweizer Franken als auch die neuseeländische Krone hatten hingegen kaum Einfluss auf andere Währungen. Der Euro wiederum hatte starken Einfluss auf den Schweizer Franken – vermutlich bedingt durch die zeitweise Festlegung eines Mindestkurses.


Quelle: Bundesbank

Überraschend für die Autoren war der starke Einfluss der norwegischen Krone. Möglicherweise geht dies auf die Öl-Exporte des Landes zurück, so dass Ölpreisänderungen Spillover-Effekte auf die Wechselkurse haben können. Dies kann auch den Einfluss anderer Währungspaare untereinander erklären. Der Einfluss der schwedischen Krone auf den Euro wäre also mittelbar ebenfalls der norwegischen Krone geschuldet.

Drei wesentliche Währungsgruppen können basierend auf einer Cluster-Analyse gebildet werden: Zunächst gibt es die Rohstoffwährungen (australischer, neuseeländischer und kanadischer Dollar). Deren Wechselkurse sind stark von der Preisentwicklung der Rohstoffe abhängig, die von den Staaten exportiert werden. Die zweite Gruppe sind die europäischen Währungen (Euro sowie norwegische und schwedische Krone). Zuletzt gibt es die Safe-Haven- bzw. Carry-Trade-Finanzierungswährungen (Schweizer Franken, US-Dollar, Yen), die in einem unsicheren wirtschaftlichen Umfeld gefragt sind. Anhand der Auswirkungen des Brexit-Referendums kann gezeigt werden, dass die Währungen in ihren jeweiligen Blöcken mit Ausnahme des Schweizer Frankens relativ ähnlich reagieren.


Bettendorf, Heinlein, 2019
 

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