14.01.2019 | Research

Zyklische Komponenten im Liquiditätsrisiko

Cassandre Anténor-Habazac, Georges Dionne und Sahar Guesmi haben in einem Researchpaper anhand eines Samples von US-Unternehmensanleihen mit BBB-Rating die Eigenschaften des Liquiditätsrisikos untersucht. Im ersten Schritt berechnen die Autoren auf Basis einer Principal-Component-Analyse einen Liquiditätsrisikoindex (Rliq), der u.a. das Amihud-Maß und dessen Volatilität umfasst. Das Sample umfasst den Beobachtungszeitraum 2002 bis 2015.


Quelle: Anténor-Habazac, Dionne, Guesmi, 2018

Mittels eines Markov-Switching-Modells identifizieren die Autoren im zweiten Schritt zwei Liquiditätsregime mit dem Ziel, die Zyklizität des Risikos zu untersuchen. Das Regime mit hohem Risiko tritt im Zeitraum September 2008 bis August 2009 auf, also mit Beginn der Lehman-Insolvenz bis zum Ende der Finanzkrise und der Rezession. Angesichts der Tatsache, dass das Modell erst mit Beginn der Finanzkrise in das Hochrisiko-Regime wechselt, während die bereits 2007 begonnene Rezession zunächst keine Auswirkungen zeigt, schlussfolgern die Autoren, dass Liquiditätsregime von ökonomischen und Ausfallregimen unterschieden werden müssen. Das Liquiditätsrisikomanagement muss also auf dem Liquiditätsrisiko selbst basieren und nicht auf ökonomischen Proxies. Abschließend wird gezeigt, dass die Implementierung der Volcker Rule keine Auswirkungen auf die mit BBB gerateten Anleihen im Sample-Zeitraum hatte.


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