Zusammenhang von Short Exposures und Kapitalkosten
MSCI untersucht in einer Analyse, ob Short Exposures gegenüber der Aktie eines Unternehmens dessen Kapitalkosten beeinflussen. Hintergrund ist die Überlegung, dass über diesen Kanal Unternehmen mit schwachen ESG-Kennziffern einen positiven Impact haben könnten, da dies für die Unternehmen einen finanziellen Anreiz darstellen würde, ihr Nachhaltigkeitsprofil zu verbessern. Die Autoren betrachten in ihrer Analyse die Konstituenten des MSCI World im Zeitraum 2015 bis 2021. Im ersten Schritt wird untersucht, ob ein Zusammenhang von ESG-Kennziffern und der Nachfrage nach Leerverkäufen besteht. Es zeigt sich, dass kein Zusammenhang besteht – weder für ESG, noch die drei einzelnen Säulen oder die CO2-Intensität.

Quelle: MSCI
Anschließend wird der Zusammenhang von Leerverkäufen und Kapitalkosten betrachtet. Das Dezil der Unternehmen, von dem die höchsten Short-Positionen bestehen, wies gegenüber dem Dezil mit den geringsten offenen Shorts um 1,29 % höhere Kapitalkosten auf. Werden unterschiedliche Style-Faktoren berücksichtigt, waren die Kapitalkosten der Unternehmen mit dem höchsten Short-Exposure hingegen sogar -0,85 % niedriger, wobei dies statistisch insignifikant war. Über alle Dezile der Short-Positionen hinweg ließ sich kein klarer Zusammenhang zwischen Shorts und Kapitalkosten herstellen. Insgesamt kommen die Autoren zu dem Ergebnis, dass zwischen Short-Positionen gegen Unternehmen und ihren Kapitalkosten (sowie Eigen- und Fremdkapitalkosten) kein signifikanter Zusammenhang besteht.

Quelle: MSCI
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