Zinsumfeld und Rezessionsgefahr
In einem Ausblick für den Kreditmarkt vom 11. August beschäftigt sich die Ratingagentur Moody's mit der Schuldenkrise der Eurostaaten. Darin äußern sich Chefvolkswirt John Lonski und Ben Garber besorgt. Sie befürchten realwirtschaftliche Konsequenzen für die Weltwirtschaft, sollte keine Lösung für die Eurozone gefunden werden, die die Märkte beruhigt. Die steigende Risikoaversion hat auf der einen Seite zu sinkenden Zinsen auf US-Treasuries und Bunds geführt, gleichzeitig stieg jedoch der Risikoaufschlag für Speculative Grade Bonds rasant von 7,10 % auf 8,48 %. Die Gefahr einer Rezession liegt damit den Autoren zufolge bei über 50 %.
Quelle: Moody's
Auch Fitch befasst sich in einem Special Report mit dem Zinsumfeld. Die Autoren zeichnen für 50 Unternehmen mit Ratings von AA+ bis BB- ein Szenario steigender Zinsen. In zwei Stresstests mit Zinssteigerungen von 200 und 500 Basispunkten analysieren die Autoren die Auswirkungen auf den Cashflow, gemessen in Funds From Operations (FFO). Nur in zwei Fällen sank der FFO im 500bps Umfeld um mehr als 15 %, im Schnitt reduzierte sich der Cashflow um 5,2 %. Damit sinkt der Median der FFO-Zins-Coverage im 500bps Umfeld von 7.0x auf 5,3x.
Quelle: Fitch
Dennoch sei für den Großteil der Unternehmen ein solches Umfeld tragbar. Die Autoren führen die Attraktivität auf das "Plastic Premium" zurück, Investoren bevorzugen Unternehmen mit "greifbarem" Output. Dieser Effekt könnte sich angesichts steigender LIBOR/EURIBOR Raten allerdings abschwächen.