08.09.2011 | Märkte

OECD-Ausblick für Agrarrohstoffe und -preise

Die Preise für Agrarrohstoffe werden dem aktuellen OECD/FAO-Agrarausblick 2011 zu Folge voraussichtlich noch längere Zeit zu einem hohen Niveau bei gleichzeitig hoher Preisvolatilität tendieren. Als Ursache wird die weiterhin steigende Nachfrage bei stagnierendem Angebot genannt, wobei auch die Ernteaussichten für dieses Jahr kritisch gesehen werden. Außerdem seien die weltweiten Vorräte an Nahrungsmitteln gering.  Die hohen Preise werden ambivalent bewertet. Einerseits sind sie wünschenswert, um Anreize für Produktions- und Produktivitätssteigerungen auf der Angebotsseite zu setzen. Jahrelang waren sinkende Realpreise zu beobachten, sodass diese Anreize bisher fehlten. Andererseits gefährden sie die Ernährung des ärmsten Teils der Weltbevölkerung.


Quelle: OECD

Weiterer Preisdruck beschleunige den Verdrängungswettbewerb zwischen Nahrungsmitteln und Biokraftstoffen. Die hohe Volatilität der Preise bereitet zunehmende Schwierigkeiten. Diese werde durch viele Faktoren wie Energiepreise, Wechselkurse, Handelsrestriktionen und Wetter bestimmt.
Ausdrücklich weist der Bericht darauf hin, dass Spekulation nur kurzfristig Trends verstärken kann, bisher jedoch kein systematischer Einfluss von spekulativen Handelsaktivitäten auf die Preisbildung nachgewiesen werden konnte.


Quelle: OECD

Eine ähnliche Einschätzung wie die OECD veröffentlichte im Juni auch die Deutsche Bank. Sie erwartet nach den schwachen Erträge im Vorjahr bis Ende 2011 wieder eine Zunahme des Angebotes, allerdings nicht genug um die steigende Nachfrage zu decken. Hohe Volatilität wird insbesondere bei Mais, Weizen und Soja erwartet. Die hohen Nahrungsmittelpreise werden der größte Treiber von Inflation in den Schwellenländern bleiben, so dass diese damit ebenfalls hoch bleibt.


Quelle: Deutsche Bank

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