03.08.2018 | Märkte

Wahlverfahren für Aufsichtsräte in Europa

State Street Global Advisors untersucht in einem White Paper, wie Aufsichträte in verschiedenen Jurisdiktionen Europas gewählt werden. Basierend auf der Analyse von Firmen aus 13 Ländern ergibt die Untersuchung unterschiedliche Ergebnisse in Abhängigkeit der Länge der Aufsichtsratsmandate der Unternehmen. Die Mehrheit dieser Länder setzt der Dauer eines Aufsichtsratsmandats zwar rechtliche Grenzen, allerdings ist die Mandatsdauer oft zu lang und entspricht nicht der üblichen Präferenz von Aktionären nach kürzeren Wahlzyklen. Einige Länder hatten Erfolg mit der Einführung von Corporate Governance-Kodizes, die kürzere Mandate vorschreiben, da diese von der Mehrzahl der Unternehmen auch übernommen und eingehalten wurden. In Ländern, in denen diese Richtlinien nicht existieren, ist es jedoch die übliche Praxis der Unternehmen, sich nach der rechtlich maximalen Mandatsdauer zu richten.


Quelle: SSgA

Die Rechenschaftspflicht von Aufsichtsräten ist in deutschen Unternehmen am geringsten ausgeprägt, da die Aufsichtsratsmitglieder entsprechend der gesetzlich maximalen Mandatsdauer nur alle fünf Jahre gewählt werden. Gleich hinter Deutschland folgen Frankreich, Spanien, die Niederlande und Belgien, wo die Mandatsdauer von Aufsichtsräten vier Jahre beträgt. Dagegen ist die Rechenschaftspflicht von Aufsichtsräten im Vereinigten Königreich, Irland, der Schweiz und in Skandinavien am höchsten. Hier beträgt die Mandatsdauer der Aufsichtsräte nur ein Jahr.


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