21.04.2026 | Märkte

Vorschlag für Rückversicherungs-Pool für Naturkatastrophen

EIOPA und ESM haben einen europäischen Rückversicherungs-Pool für Naturkatastrophen vorgeschlagen, der durch staatliche Garantien ergänzt wird und die Versicherbarkeit von Klimarisiken langfristig sichern soll. Insbesondere bislang seltene, schwere Ereignisse wie Erdbeben sind kaum abgesichert.

Beispiele wie die Ahrtal-Flut 2021 und das Erdbeben in Italien 2012 haben erhebliche Versicherungslücken offenbart. Die Ahrtal-Flut verursachte rund 51 Mrd. Euro Gesamtschaden, davon 13 Mrd. Euro versichert), das Erdbeben in Italien ca. 20 Mrd. Euro, davon 2 Mrd. Euro versichert. Modellrechnungen zeigen, dass der vorgeschlagene Mechanismus die bestehende Deckungslücke deutlich reduzieren und gleichzeitig die Kapitalanforderungen der Versicherer um bis zu 67 % senken kann, indem Risiken über Länder und Gefahren hinweg gebündelt werden. 


Quelle: EIOPA, ESM

Dazu würde ein europaweiter Risiko-Pool mit einem staatlich unterstützten Backstop kombiniert werden. Versicherer bringen Risiken in den Pool ein, wodurch Diversifikationseffekte entstehen und die Volatilität sinkt. Dadurch können sie mit gegebenem Kapital mehr Risiken zeichnen. Ergänzend stellt ein kreditbasierter Backstop Liquidität für Extremereignisse bereit, die die Kapazität des Pools übersteigen. Dessen Umfang wird je nach Szenario auf 10 bis 65 Mrd. Euro geschätzt.


Quelle: EIOPA, ESM

Ziel ist es, die Versicherungslücke für versicherbare Risiken auf etwa 10 % zu senken. Gleichzeitig sollen stabilere Kapitalkosten und geringere Ergebnisvolatilität die Bereitschaft der Versicherer erhöhen, auch steigende Klimarisiken zu decken. Insgesamt würde der Mechanismus die Rolle privater Anbieter stärken und die Abhängigkeit von staatlichen Ad-hoc-Hilfen reduzieren.


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