Achievable Alpha: Kennzahl für realisierbare Anlageperformance
Die gängige Messung der Fondsperformance über das Alpha basiert auf der Annahme, dass Investoren Benchmark-Faktoren auch shorten können. Da jedoch rund 88 % der Fondsvermögen von Privatanlegern gehalten werden, die faktisch Short-Sale-Beschränkungen unterliegen, ist dieses Maß für die meisten Investoren nicht realisierbar. Ein Team um Victor DeMiguel von der London Business School hat das Konzept eines Achievable Alpha entwickelt, definiert als Nutzenzuwachs eines Investors, der nur Long-Positionen in Benchmark-Faktoren eingehen kann. Theoretisch entspricht es dem Alpha relativ zu denjenigen Faktoren, die im optimalen Portfolio unter Short-Sale-Beschränkungen ein positives Gewicht haben.
Die empirische Analyse basiert auf 2.939 aktiv verwalteten US-Aktienfonds im Zeitraum 1975 bis 2024. Zunächst zeigen die Autoren, dass sich die Zusammensetzung der Mean-Variance-Portfolios der Benchmark-Faktoren unter Short-Sale-Beschränkungen deutlich verändert, da viele Faktoren im leerverkaufsbeschränkten Portfolio ein Gewicht von null erhalten, was vor allem auf die hohe Korrelation von Long-Only-Faktoren zurückzuführen ist. In der Folge sinkt die erreichbare Mean-Variance-Utility im Vergleich zum unbeschränkten Fall deutlich.

Quelle: DeMiguel, Martín-Utrera, Uppal, 2025
Auf dieser Basis wird die Fondsperformance anhand von Achievable Alpha und Achievable Value-Added bewertet und den traditionellen Kennzahlen gegenübergestellt. Dabei zeigt sich, dass die Performance aus Sicht eines eingeschränkten Investors deutlich schlechter ausfällt: Während je nach Modell zwischen 47 und 61 % der Fonds ein positives traditionelles Alpha aufweisen, sinkt dieser Anteil beim Achievable Alpha auf lediglich 10 bis 34 %; gleichzeitig fällt der Anteil statistisch signifikanter positiver Alphas von bis zu 12 % auf nur noch bis zu 3 %. Ein ähnliches Bild ergibt sich für das Value-Added. Weiterhin zeigt die Analyse, dass sich die Rangfolge der Fonds deutlich verändert, da über 70 % der Fonds bei einer Sortierung nach Achievable statt traditionellem Alpha in ein anderes Dezil eingeordnet werden.

Quelle: DeMiguel, Martín-Utrera, Uppal, 2025
Sowohl traditionelles als auch Achievable Alpha können Fondszuflüsse erklären, jedoch gewinnt Achievable Alpha in volatilen Marktphasen an Bedeutung, während zugleich Skill niedriger und aktive Strategien deutlich weniger skalierbar erscheinen, wenn sie auf Basis des Achievable Alpha bewertet werden.
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