29.05.2019 | Studie

Renditeerwartungen der Versicherer weltweit

Versicherungsunternehmen weltweit sind überzeugt, dass sich der Kreditzyklus in einer späten Phase befindet und die USA in den kommenden Jahren in eine Rezession rutschen werden. Als größte Investmentrisiken werden in einer Studie von Goldman Sachs die Verschlechterung der Kreditqualität in den Portfolios gefolgt vom Niedrigzinsniveau genannt. Auf geopolitischer Ebene sorgt der Handelsstreit zwischen den USA und China für Besorgnis. Eine geldpolitische Straffung hingegen wird mehrheitlich nicht befürchtet, da die Inflationsrisiken gegenüber den Vorjahren als wesentlich geringer eingeschätzt werden. Generell sind die Erwartungen zu den Entwicklungen an den Finanzmärkten weder besonders optimistisch noch pessimistisch, mehrheitlich gehen die Befragten von einem unveränderten Umfeld aus. Befragt wurden 307 Entscheidungsträger aus Versicherungsunternehmen weltweit.


Quelle: Goldman Sachs

In einem solchen Umfeld weiterhin niedriger Zinsen steigt die Nachfrage nach höher rentierlichen Asset-Klassen wie Private Equity, Infrastructure Debt und Loans. Auch IG Unternehmensanleihen werden verstärkt nachgefragt. Bei den Ertragserwartungen der Befragten rangieren Private Equity sowie US- und Schwellenländeraktien ganz oben. ETFs werden von mehr als der Hälfte der Assekuranzen eingesetzt, besonders häufig im asiatischen Raum. Im Fokus stehen dabei kurzfristige, taktische Exposures und operationelle Effizienz. Obwohl eine Mehrheit von einer Verschlechterung der Liquidität an den Märkten ausgeht, wird nicht mit größeren Auswirkungen auf die Portfolios gerechnet.


Quelle: Goldman Sachs

Nachhaltigkeitskriterien werden von der Versicherungswirtschaft weltweit mehrheitlich als ein Faktor in der Anlageentscheidung berücksichtigt. Dabei fällt auf, dass dies in Europa und Asien deutlich stärker verfolgt wird als in Amerika. Negativkriterien spielen in allen Regionen eine größere Rolle als ganz konkret auf ESG-Ziele ausgerichtete Investments.


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