23.10.2014 | Studie

Versicherungsbranche reagiert auf anhaltendes Niedrigzinsumfeld

Versicherer weltweit planen ihre Kapitalanlagen künftig sehr viel diversifizierter anzulegen und dabei insbesondere ihre Investments in private Kapitalmärkte zu erhöhen, wie eine Anfang Oktober veröffentlichte Umfrage von BlackRock und der Economist Intelligence Unit zeigt. Der Anteil der Befragten, der mehr als 15 Prozent ihrer Kapitalanlagen in private Märkte wie Immobilien oder Infrastruktur anlegt, wird sich demnach in den kommenden drei Jahren verdoppeln. Dabei belegt die Studie eine steigende Risikofreudigkeit bei Versicherern auf allen Kontinenten. Immer häufiger sind Anleger bereit höhere Risiken einzugehen und neue Wege in ihrer Anlagestrategie zu gehen. Jede dritte Versicherung gibt an ihr Risikoexposure in den kommenden drei Jahren erhöhen zu wollen, um einerseits den Diversifikationsgrad zu steigern und andererseits eine bessere Performance zu erzielen. Auch Private-Equity- und Private Debt-Investments stehen bei jedem vierten Anleger im Anlagefokus der kommenden Jahre.


Quelle: BlackRock, Economist

Insbesondere auf die Herausforderungen in den Anleihenmärkten wollen Versicherer durch stärkeres Engagement in privaten Märkten reagieren. Gleichzeitig sind sich die Umfrageteilnehmer der Risiken privater Investments bewusst. 40 Prozent der Befragten nennen die Identifikation geeigneter Investitionen sowie Transparenz und Pricing als zentrale Hürden für Anlagen in Infrastruktur, Immobilien oder Private Capital. Ebenso viele sehen die Schwierigkeit mangels verfügbarer Daten ein adäquates Risikomodell zu konstruieren.


Quelle: BlackRock, Economist

Hinsichtlich ihres Anleihenportfolios rückt immer häufiger ein effektives Durationsmanagement in den Vordergrund. Während aktuell 46 Prozent der Befragten angeben, die Erwirtschaftung einer auskömmlichen Kuponrendite sei die größte Herausforderung ihres festverzinslichen Portfolios, wird das Thema in den kommenden drei Jahren nur noch bei jedem vierten oberste Priorität besitzen. Stattdessen rücken Durationsrisiko und Fristenkongruenz in den Hauptfokus der Versicherer. Auch höher verzinste Marktsegmente und flexiblere Laufzeiten werden von Versicherern zunehmend berücksichtigt.

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