Hybridansatz zwischen aktiven und passiven Aktien-Strategien
Northern Trust untersucht in einer aktuellen Studie die bisherigen Ansätze, Faktor-Strategien (Engineered Equity) als Hybrid zwischen aktiven und passiven Portfolios zu etablieren. Zunächst wurde eine Reihe institutioneller Investoren nach den größten Risiken ihrer Aktien-Portfolios befragt. An erster Stelle steht ein Überexposure gegenüber bestimmten Faktoren und Regionen, gefolgt von Volatilität, unerwarteten Faktor-Bias sowie Tracking-Errors gegenüber der Benchmark. Umso erstaunlicher ist, dass nur rund ein Fünftel der Investoren sich bezüglich der Höhe ihrer Faktor-Exposures sicher ist und ein ähnlich hoher Anteil diese nicht einmal misst.
Quelle: Northern Trust
Zur Gewinnung von Best-Practice-Erfahrungen haben die Autoren vier große institutionelle Investoren befragt, die bereits frühzeitig faktorbasierte Strategien integriert haben. Aus deren Erfahrungen kristallisieren sich drei Kernpunkte heraus: Vor Neuinvestments sollte genau analysiert werden, was sich derzeit bereits im Portfolio befindet. Durch die Verwendung von Engineered-Equity-Strategien kann das Portfolio unter Risiko- und Kostenaspekten effizienter gestaltet werden.
Quelle: Northern Trust
Die konkreten Implementierungsansätze unterscheiden sich je nach Investor. Dabei reicht die Spanne von einem kleinen Anteil, der versuchsweise in faktorbasierte Strategien investiert wird, bis hin zu einer gleichgewichtigen Allokation des Portfolios über verschiedene Faktoren wie Value, MinVar und Quality. Zur dauerhaften Überwachung der Exposures wird vielfach auf intensives In-House-Monitoring gesetzt, wobei gerade kleinere Investoren hierzu eventuell externe Unterstützung benötigen. Die mit der Anwendung solcher Strategien einhergehende mögliche Ausweitung des Tracking-Errors gegenüber traditionellen Benchmarks muss dabei den institutionellen Investoren ebenso klar sein wie die Tatsache, dass der Erfolg dennoch vielfach an diesen gemessen wird.