23.10.2014 | Research

Nachhaltiges Screening von Unternehmensanleihen

Die Berücksichtigung von Nachhaltigkeitsratings bei der Auswahl von Unternehmensanleihen ist mit deutlichen Vorteilen für Investoren verbunden, zeigt eine aktuelle Studie von Oekom Research. Einerseits geben Nachhaltigkeitsratings einen Hinweis auf die wirtschaftliche Situation des Emittenten und ergeben damit ein sehr viel differenzierteres Risikoprofil als eine Analyse, die auf rein finanziellen Daten beruht. Zweitens gehen mit der systematischen Integration von ESG-Kriterien belegbare finanzielle Ertragsgewinne einher. Die Auswertungen von Oekom zeigen, dass Unternehmen, die zu den besten im Bereich Nachhaltigkeit gehören, im Durchschnitt eine signifikant höhere Eigenkapitalquote aufweisen und damit grundsätzlich als zahlungsfähiger einzuschätzen sind.



Quelle: Oekom

Auch ein Vergleich der Credit-Spreads bestätigt diese Einschätzung. Erstens wird von Unternehmen mit guten Nachhaltigkeitsratings im Mittel ein niedrigerer Spread verlangt. Zweitens gewinnen Schätzungsmodelle für den Credit-Spread erheblich an Erklärungsgehalt, wenn die Variable "Nachhaltigkeit" berücksichtigt wird. Ebenfalls können die Autoren der Studie die These widerlegen, dass ein gutes Nachhaltigkeitsmanagement nur für wirtschaftlich erfolgreiche Unternehmen möglich ist. Die Analyse empirischer Untersuchungen zeigt, dass die Wirkungskette von nachhaltigem zu erfolgreichem Wirtschaften verläuft und nicht umgekehrt. Effizienter Umgang mit Ressourcen und ein faires Mitarbeiter- und Zuliefererumfeld sind demzufolge nicht die Folge wirtschaftlichen Erfolgs sondern dessen Wurzel, schreiben die Autoren. Für Investoren ergibt sich aus dem Rückgriff auf Nachhaltigkeits- und ESG-Ratings ein signifikanter Informationsvorsprung, der das Risiko der Anlagen in Corporate Bonds senken und die Performance steigern kann.

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