Versicherer investieren häufiger in illiquide Asset-Klassen
Versicherungsunternehmen weltweit suchen im Niedrigzinsumfeld Lösungen für ihre Anlagestrategien in alternativen und illiquideren Asset-Klassen, wie eine Studie von Goldman Sachs Asset Management Anfang Mai festgestellt hat. Dabei steht die Erzielung von Risikoprämien für Illiquidität zunehmend im Fokus. Hierbei ist Private Equity die begehrteste Anlageklasse für 42 % aller Umfrageteilnehmer. Unter den europäischen Versicherern folgt Infrastruktur-Fremdkapital auf Rang zwei. Auch in Hinblick auf das höchste Renditepotenzial bevorzugen die befragten institutionellen Anleger aus der EMEA-Region Anlagen in weniger liquide Marktsegmente mit 52 % der Nennungen. Darauf folgen Alternatives und Aktieninvestments mit 46 %. Höherverzinsliche Anleihenklassen werden dagegen weniger attraktiv bewertet. Nur 2 Prozent schätzen die riskanteren Fixed-Income-Segmente als effektiven Weg ein, die Portfoliorendite zu erhöhen.
Quelle: Goldman Sachs Asset Management (GSAM)
Auf eine eventuelle Zinswende stellen sich Versicherungen mit einer Verkürzung der Portfolioduration ein. Hier liegen europäische Institute allerdings unter dem globalen Durchschnitt. Anleger aus der EMEA-Region tendieren eher dazu, die Duration beizubehalten und verstärkt in variabel verzinste Marktsegmente sowie Zinsderivate zu investieren. Alternative Anleihenstrategien werden von 13 % der europäischen Versicherer als effektive Strategie bei steigenden Zinsen bewertet.
Quelle: Goldman Sachs Asset Management (GSAM)
Bezogen auf den realen Kapitalerhalt stehen unverändert Immobilien an erster Stelle. Rohstoffe stehen auf Platz zwei der Gunst der Anleger knapp vor Infrastruktur. Die Auslagerung der Kapitalanlage an einen Asset Manager kommt in den kommenden 12 Monaten für den Großteil der Befragten am ehesten für alternative Strategien, US-Unternehmensanleihen und High-Yield-Bonds in Betracht.
233 CIOs und CFOs aus der Versicherungswirtschaft haben in Februar und März an der Umfrage teilgenommen. Knapp die Hälfte aus den USA und Kanada, 60 aus der EMEA-Region. Lebensversicherer bildeten mit 90 die größte Teilgruppe vor Schadens- und Nicht-Lebensversicherern mit 77.