29.04.2009 | Research

Verbot von Short-Selling verschlechtert Markteffizienz

Ein im April 2009 erschienenes Research-Paper von Abraham Lioui, Prof. an der Edhec Business School, analysiert die Effekte der Leerverkaufsverbote während der Finanzkrise. Darin kommt er zu dem Ergebnis, dass die Verbote die bertoffenen Aktien nicht stabilisiert haben, dafür jedoch zu einer Verschlechterung der Markteffizienz und damit zu geringeren risikoadjustierten Renditen führten.

Die größte Gruppe innerhalb der Short Seller stellen demnach die Market Maker dar, die durch Leerverkäufe ihre Optionspositionen absichern. Hedgefonds spielen eine eher untergeordnete Rolle. Die Leerverkaufsverbote verschlechterten die Risikokennzahlen bei den betroffenen Aktien. Die Volatilität nahm stark zu. Lioui zeigt, dass diese Steigerung durch ein durch das Leerverkaufsverbot verringertes Beta verursacht wurde. Das idiosynkratische Risiko der betroffenen Titel nahm also zu, wodurch sich das "Weiße Rauschen" im Markt verstärkte. Gleichzeitig war das eigentliche Ziel der Leerverkaufsverbote, eine Verringerung der Schiefe und der Kurtosis der Renditen im negativen Bereich zu erreichen, nicht zu beobachten. Die Kurtosis, anhand der sich extreme Marktbewegungen messen lassen, zeigte eine deutliche Erhöhung im negativen Bereich bei allen Aktien. Die Leerverkausverbote konnten also starke Kursauschläge nicht verhindern.

 

Quelle: Edhec

Insgesamt reagiert der Markt laut Prof. Lioui negativ auf Leerverkaufsverbote. Die gewünschten Effekte ließen sich nicht realisieren. Gleichzeitig nehme die Markteffizienz ab, wodurch die Repräsentationsfunktion von Indizes abnehme.

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