23.03.2015 | Research

Verbesserung der Liability-Hedging-Eigenschaften von Portfolios durch Aktienselektion

Ein Team von Wissenschaftlern des EDHEC-Risk Institutes hat in einem aktuellen Forschungspapier untersucht, wie sich durch die gezielte Auswahl von Aktien das Liability-Matching von Portfolios verbessern lässt. Ziel ist es, bei der Aufteilung des Gesamtportfolios in einen Liability-Hedging-Anteil und einen Performance-Seeking-Part, letzteren dahingehend zu verbessern, dass auch hier die Performance besser auf die bestehenden Verpflichtungen abgestimmt ist. Hierzu verwenden die Autoren die Daten der Werte des S&P 500 für den Zeitraum 1975 bis 2012. Startpunkt der Analyse ist ein gleichgewichtetes Aktienportfolio, das mit der kapitalisierungsgewichteten Benchmark verglichen wird.


Quelle: EDHEC-Risk Institute

Die besten Eigenschaften hinsichtlich Tracking Error und Korrelation zu den Verbindlichkeiten weist ein gleichgewichtetes Portfolio bestehend aus den 20 % der Aktien mit der niedrigsten Volatilität auf. Der Tracking Error gegenüber dem Verbindlichkeiten-Proxy liegt bei 14,6 %, also wesentlich niedriger als die kapitalisierungsgewichtete Benchmark mit 18,8 %. Dies ist darauf zurückzuführen, dass Low-Vola-Aktien mit geringer Dividendenschwankung das nächste Substitut zu Anleihen darstellen. Die besten Ergebnisse lassen sich erzielen, wenn aus den 200 Aktien mit der höchsten Dividendenrendite die 100 mit der niedrigsten Volatilität gewählt werden und im Anschluss eine Min-Var-Gewichtung mit Box Constraints durchgeführt wird. Dieses Portfolio weist einen Tracking Error von 14,1 % auf, gleichzeitig eine niedrigere Volatilität und eine höhere Performance als die Benchmark.


Quelle: EDHEC-Risk Institute

Durch die verbesserten Liability-Hedging-Eigenschaften des Aktienportfolios kann ein größerer Anteil des Gesamtportfolios in höher rentierende Aktien investiert werden, ohne die Volatilität zu erhöhen. Die Aktienquote kann so von 40 % auf 53,3 % gesteigert werden. Gegenüber der Benchmark kann zudem durch die abweichende Gewichtung über den gesamten Zeitraum eine annualisierte Outperformance von rund 1,6 % erzielt werden. Sind die Verbindlichkeiten an die Entwicklung der Inflationsrate geknüpft, beträgt die Outperformance dieses Vorgehens sogar 270 Basispunkte im Jahr.

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