06.03.2013 | Research

Veränderung des Staatsanleihenmarkts durch Collective Action Clauses

Zwei Autoren der italienischen Zentralbank haben in einer Mitte Januar publizierten Forschungsarbeit untersucht, wie sich die Aufnahme von Collective Action Clauses (CACs) in das Regelwerk von Staatsanleihen auf das Spread-Niveau auswirkt. Dazu analysieren Alfredo Bardozzetti und Davide Dottori 292 Anleihen im Zeitraum 2007 bis 2011. Sie belegen in der Stichprobe einen U-förmigen Zusammenhang zwischen Rating und Spread für Anleihen mit CACs. Grundsätzlich können sie keine Beweise für steigende Spreads durch CACs finden. Anleihen mit sehr gutem oder sehr schlechtem Rating werden ihrer Analyse nach kaum von CACs beeinflusst. Titel im mittleren Ratingsegment profitieren durch sinkende Spreads sogar.


Quelle: Banca d'Italia

Die Wirksamkeit von CACs wird den Autoren zufolge durch zwei gegenläufige Effekte bestimmt. Einerseits steigt die Bedeutung von CACs mit steigender Ausfallwahrscheinlichkeit, das heißt abwärts der Ratingskala. Andererseits nimmt durch dadurch gegebene Erleichterung der Restrukturierung der Anreiz für den Emittenten opportunistisch zu handeln zu. Dieser Anreiz ist bei Emittenten mit schlechtem Rating größer als bei "guten" Emittenten, dementsprechend sinkt die Wirksamkeit von CACs am unteren Ende der Ratingskala.


Quelle: Banca d'Italia

Im März 2011 hat die Europäische Kommission entschieden, dass ab 2013 neue Eurozonen-Staatsanleihen mit standardisierten CACs ausgestattet sein müssen. Durch diese Zusatzklauseln können Änderungen der Anleihebedingungen mit einfacher Mehrheit der Gläubiger verbindlich für alle Gläubiger beschlossen werden.

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