12.01.2009 | Studie

Venture Capital und SRI-Investments

Ein Arbeitspapier der Fachhochschule Berlin analysiert die Rolle, die VC-Fonds mit Engagements in das Segment der Socially Responsible Investments (SRI) spielen und die Möglichkeiten, die sich für umweltorientierte Anleger daraus ergeben. Die traditionelle Rolle von VC als Financier junger, innovativer Unternehmen eigne sich demnach hervorragend, um SRI-Strategien umzusetzen. Da vielversprechende Clean-Tech-Unternehmen oft noch in den Kinderschuhen stecken, sei die Struktur von VC, die neben der Bereitstellung von Eigenkapital auch Management Know-how bereitstelle, besonders geeignet, um die Marktfähigkeit voranzutreiben und für Anleger hohe Renditen zu erzielen.

Unternehmen im Clean-Tech-Bereich können gemäss der Studie charakterisiert werden durch eine starke Innovationsbasis und eine stetig wachsende Nachfragesituation, die auf der Zunahme des ökologischen Bewusstseins in der Gesellschaft beruhe. Dennoch werde bislang das Thema Clean-Tech von der VC-Branche eher vernachlässigt. Dies führt der Autor auf Vorurteile, wie z.B. hohe Kapitalintensität, wenig Innovationen und mangelnde Exit-Kanäle, zurück. Dem hält er entgegen, dass durch die anfänglichen Investitionen Markteintrittsbarrieren errichtet werden können und in "Ingenieur-geprägten-Ländern" ausreichend Innovationspotenzial vorhanden sei.

Die traditionellen SRI-Fonds seien durch eine strikte Regulierung dazu angehalten überwiegend in börsennotierte Anteile von Unternehmen zu investieren, die eine gewisse Fungibilität gewährleisten. Somit gibt es wenig Möglichkeiten etwa in eine Beteiligung an einem privaten Unternehmen oder gar an einem VCFonds bestehend aus 15 solcher Beteiligungen, dessen Wert durch komplexe und unterschiedliche Bewertungsverfahren zu ermitteln wäre, zu investieren. Da Windparks, Solaranlagen oder Biomasse-Karftwerke überwiegend privat finanziert würden, entgehe SRI-Fonds ein erhebliches Rendite-Potenzial, das Anleger sich durch Clean-Tech-VC erschließen könnten.

Weiterhin beschreibt der Autor Probleme, mit denen Clean-Tech-VC-Fonds konfrontiert seien, wenn sie Anlagegelder einsammeln wollen. Demnach würden selbst nachhaltigkeitsorientierte Banken kaum das erforderliche Kapital bereitstellen. Dies könne durch die Nachfrageseite nur unzureichend ausgeglichen werden. Da die Mindestanlagevolumina (1-5 Mio. EUR) hoch seien, ist für eine ausreichende Streuung innerhalb des Private Equity Segments ein Vermögen von 10 Mio. EUR erforderlich um künftig mehr Gelder für die Förderung von Clean-Tech bereitzustellen und somit die Herausforderungen des Klimawandels zu meistern, fordert der Autor daher die Politik auf, durch gezielte Förderung die Verbreitung von Clean-Tech-VC voranzutreiben.

Abonnenten von Absolut Research können weiterführende Informationen hier herunterladen:
zurück