16.02.2009 | Studie

Unterschätzte Ausfallrisiken verstärkten die Subprime-Krise

In einem kürzlich erschienen Aufsatz analysieren die Autoren Kristopher Gerardo, Andreas Lehnert, Shane M. Sherlund und Paul Willen, alle Federal Reserve Bank, ob Analysten und Marktteilnehmer, die mit einem Preisverfall von Wohnimmobilien einhergehenden Auswirkungen auf die Wirtschaft hätten vorausahnen können. Sie arbeiten heraus, dass Analysten mittels vorhandener Modelle die Konsequenzen zwar richtig einschätzen konnten, fatalerweise aber einem starken und anhaltenden Preisverfall nur eine geringe Wahrscheinlichkeit zubilligten.

Dazu analysieren sie strukturelle Veränderungen am US-Hypothekenmarkt, wo die Mehrzahl der faulen Kredite in den Jahren 2005 und 2006 vergeben wurden. Die lockere Kreditvergabe und mangelnden Kreditsicherheiten allein können die gestiegenen Zahlungsausfälle jedoch nicht erklären. So sei der durchschnittliche Zahlungsausfall dieser Kredite, die in 2005 und 2006 neu vergeben wurden, höher als jener der risikoreichsten Kredite aus dem Jahr 2004. Erst der Preisverfall am Immobilienmarkt habe letztlich dazu geführt, dass die ausstehenden Kredite nicht mehr bedient werden konnten.

Um dieses zu klären, prognostizieren die Autoren zunächst anhand historischer Daten, wie sich die Zahlungsausfälle im Zuge eines Preisverfalls verändert hätten. Unter Berücksichtigung dieser Daten, die auch einen starken regionalen Preisverfall und dessen Auswirkungen enthielten, weisen die Modelle auf einen hohen Anstieg der Zahlungsausfälle von Hypotheken hin.

In der anschließenden Analyse werden Aussagen von Analysten zwischen 2004 und 2006 untersucht. Demnach hatten Analysten die fundamentalökonomischen Zusammenhänge richtig eingeschätzt. So sagte ein Lehman-Analyst einen Anstieg der Zahlungsausfälle auf 17% voraus, wenn es zu einem Zusammenbruch des Marktes kommen sollte. Diesem Ereignis wurde jedoch nur eine Wahrscheinlichkeit von 5% zugewiesen, einem Anstieg der Häuserpreise von 11% aber eine Wahrscheinlichkeit von 15%. Demnach hätten die Markteilnehmer an einen anhaltenden Boom geglaubt bzw. die Auswirkungen eines Preisverfalls falsch eingeschätzt.

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