Unerwünschte Faktorexposures von Smart-Beta-Strategien
Das Faktorexposure einer Smart-Beta-Strategie ist stark abhängig von der Konstruktionsweise, zeigt eine Untersuchung von Northern Trust, die im zweiten Quartal veröffentlicht wurde. Die Autoren zeigen, dass viele Strategien nicht nur die gewünschte Faktorprämie vereinnahmen, sondern oftmals auch ein hohes Exposure zu nicht gewünschten Faktoren aufweisen. Für die Faktoren Size, Value, Low Vola und Dividend Yield messen die Autoren die Factor Efficiency Ratios (FER) als Quotient aus gewünschtem und unerwünschtem Faktorexposure für eine Reihe von Indizes. 
Quelle: Northern Trust
Besonders deutlich sind die Effekte der unterschiedlichen Konstruktionsverfahren für den Dividendenfaktor. So weist der S&P 500 Dividend Aristocrats lediglich ein leicht höheres Exposure zum Dividendenfaktor auf als der S&P 500, dafür jedoch ein erhebliches Low-Vola-Exposure. Beim MSCI USA High Dividend Yield wird die Faktorprämie der Dividenden besser vereinnahmt, dafür bestehen aber auch hier unerwünschte Exposures zu Volatility, Momentum und Size. Grund hierfür ist, dass die Indizes keine Mechanismen nutzen, diese unerwünschten Faktorexposures zu vermeiden. Auch für die Faktoren Size, Value und Low Vola lassen sich ähnliche Beobachtungen machen. 
Quelle: Northern Trust
Zwar geht eine höhere Faktoreffizienz nicht automatisch mit einer höheren risikoadjustierten Performance einher, doch zeigt eine Regressionsanalyse, dass ein gewisser positiver Zusammenhang besteht. Dennoch besteht das Ziel eines Faktorindex gerade darin, eine bestimmte Faktorprämie zu vereinnahmen. Die Autoren schlussfolgern, dass Smart-Beta-Strategien nicht nur auf die gewünschte Faktorprämie ausgerichtet werden sollte, sondern gleichzeitig auch die Minimierung unerwünschter Faktorexposures berücksichtigt werden muss.
Absolut Research analysiert institutionelle Publikumsfonds jeden Monat in der Publikation Absolut|ranking. Insgesamt umfassen die Absolut|rankings mehr als 10.000 institutionelle Publikumsfonds, aufgeteilt in 23 Asset-Klassen und Marktsegmente und mehr als 80 Universen. Absolut Research publiziert in den nächsten Wochen zwei neue Ausgaben der Absolut|rankings, die sich mit der Analyse von Smart-Beta-Produkten in den Asset Klassen Equity, Fixed Income und Commodity beschäftigen.