25.02.2020 | Research

Underperformance von Value

Die seit einigen Jahren andauernde Underperformance von Value-Aktien ist nicht auf eine strukturelle Änderung bei dem Risikofaktor zurückzuführen. Ein Team um Robert Arnott von Research Affiliates und Campbell Harvey von NBER hat in einem Researchpaper die Entwicklung des Value-Faktors und die Gründe für die schwache Performance seit 2007 untersucht. Obwohl die Underperformance von Value seit 12 Jahren andauert, handelt es sich nicht um den schärfsten Drawdown, der bisher beobachtet werden konnte – die Verluste während der Tech-Blase waren stärker. Über ein Bootstrapping-Verfahren zeigen die Autoren, dass die Wahrscheinlichkeit, einen Drawdown wie den aktuellen zu beobachten, 4,9 % beträgt. Auch wenn dies eine relativ geringe Wahrscheinlichkeit für ein solches Ereignis ist, reicht dieses Ergebnis nicht aus, einen strukturellen Bruch bei der Value-Prämie zu postulieren.


Quelle: Arnott, Harvey, Kalesnik, Linnainmaa, 2019

Die Autoren zerlegen die Value-Prämie, also die relative Performance von Value- zu Growth-Aktien, in drei Teile: Migration (der Wechsel eines Titels von Value zu Growth oder umgekehrt), Profitabilität und Bewertung (relative Bewertung von Value- zu Growth-Aktien). Es zeigt sich, dass sich sowohl Migration als auch Profitabilität im Vergleich zu der Zeit vor 2007 nicht wesentlich verändert haben und weiterhin einen positiven Beitrag zur Value-Prämie liefern. Anders ist dies beim Bewertungsteil. Der wesentliche Grund für die Underperformance der Value-Aktien liegt in einer massiven Veränderung der relativen Bewertung dieser Titel: In den vergangenen 12 Jahren hat sich die Bewertung vom 22. zum 97. Perzentil verschoben. Die Underperformance von Value wird somit auf die Verschlechterung der Bewertungen und „Pech“ zurückgeführt und ein struktureller Grund für ein Verschwinden der Value-Prämie verworfen. Daraus ergibt sich eine hohe erwartete Rendite für den Value Faktor in der Zukunft. Die Autoren geben allerdings zu bedenken, dass diese Ergebnisse auf Daten aus der Vergangenheit basieren und insbesondere kurzfristig die realisierte Rendite deutlich von der erwarteten abweichen kann.


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