Umsetzung von Net-Zero-Verpflichtungen
Seit dem Pariser Abkommen haben sich Tausende von Unternehmen Netto-Null-Emissionen als Ziel gesetzt. Diese Verpflichtungen sind jedoch größtenteils freiwillig und unterliegen weitgehend der Selbstregulierung. Das Fehlen einer einheitlichen Definition für "Netto-Null" sowie unklare Dekarbonisierungspfade führen zu Zweifeln an der Ernsthaftigkeit solcher Versprechen, kritisiert Nathan de Arriba-Sellier, Direktor der Erasmus Platform for Sustainable Value Creation an der Rotterdam School of Management und schlägt das regulatorische Konzept des "Net-Zero Ledger" vor.
Erstens sollen Unternehmen nachweisen, wie ihre Klimaverpflichtungen ihre Finanzkennzahlen beeinflussen, insbesondere in Bezug auf Kapitalanlagen, Wertminderungen von Vermögenswerten, finanzielle Schätzungen und Bewertungsannahmen.
Zweitens sollen sie detaillierte Offenlegungspflichten erfüllen, indem sie darlegen, wie Klimaziele in ihre Finanzplanung, Investitionen und Geschäftsstrategie integriert werden. Dabei sollen sie auch mögliche finanzielle Konsequenzen ihrer Dekarbonisierungsstrategien transparent machen, etwa in Form von Neubewertungen fossiler Vermögenswerte oder Investitionsplänen für nachhaltige Alternativen.
Der Net-Zero Ledger soll sich dabei nahtlos in bestehende regulatorischen Rahmenwerke einfügen, wie die Klimaberichtsstandards der U.S. Securities and Exchange Commission (SEC), der International Sustainability Standards Board (ISSB) oder die europäische Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD).
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